Sie wiegt kaum mehr als eine große Tüte Mehl und sitzt trotzdem überall mittendrin: auf deiner Schulter, im Wäschekorb, unter der Bettdecke. Eine Singapura schaut dich mit riesigen Augen an, gerade wenn sie etwas angestellt hat. Böse sein fällt dann schwer.
| Anerkennung | FIFe (EMS-Code SIN, laut Standard anerkannt seit 2014), WCF, TICA, CFA und weitere laut WCF-Liste |
|---|---|
| Ursprungsland | Singapur, Zuchtaufbau in den USA |
| Gewicht | im FIFe-Standard nicht festgelegt („klein bis mittel“). Laut GCCF Kater rund 2,7 bis 3,6 kg, Kätzinnen 2,3 bis 2,7 kg (umgerechnet aus Pfund) |
| Lebenserwartung | laut GCCF etwa 9 bis 15 Jahre (Verbandsangabe, keine Studie) |
| Fell | sehr kurz, fein und seidig, eng anliegend |
| Farben laut Standard | nur Seal Sepia getickt auf warmem Elfenbein; jede andere Farbe disqualifiziert. Augen leuchtend grün bis haselnuss |
| Aktivität | hoch, bleibt lebenslang verspielt (redaktionelle Einschätzung) |
Herkunft
Die Herkunft ist umstritten, wie die GCCF offen schreibt. Offiziell brachte das amerikanische Ehepaar Hal und Tommy Meadow 1975 fünf getickte Katzen aus Singapur in die USA. Eine 1980 im Tierheim von Singapur gefundene Kätzin namens Chiko bestätigte, dass solche Katzen dort tatsächlich auf der Straße lebten. Es gibt aber auch die Vermutung, die Rasse sei aus Burma und Abessinier entstanden. Die TICA vergab 1981 den Championstatus, die CFA folgte 1988. Der Name ist die malaiische Bezeichnung für Singapur.
Wesen
Die GCCF beschreibt die Singapura als sehr anhänglich, ruhig und mit leiser Stimme, eine echte Schoßkatze. Gleichzeitig klettert und erkundet sie gern und hockt sich am liebsten auf deine Schulter, um alles zu überblicken. Sie bleibt lebenslang verspielt und will bei allem „helfen“, was du tust. Mit anderen Katzen, katzenfreundlichen Hunden und rücksichtsvollen Kindern kommt sie laut GCCF meist gut aus. Lange allein sein mag sie nicht.
Haltung und Beschäftigung
Für die Wohnung ist sie gut geeignet, solange es genug zu entdecken gibt: Kletterwände, ein Kratzbaum mit vielen Ebenen, Höhlen und Spielzeug. Sie liebt Wärme, ein Liegeplatz an der Heizung wird schnell ihr Stammplatz. Bist du tagsüber weg, ist eine zweite, ähnlich verspielte Katze die bessere Lösung als Einzelhaltung. Wie das klappt, steht im Ratgeber zur Zweitkatze. Achte bei Freigang auf ihre geringe Größe; ein gesicherter Balkon ist meist die entspanntere Wahl.
Pflege
Das kurze, glänzende Fell braucht wenig Pflege, laut GCCF lassen sich Singapuras aber gern bürsten. Einmal pro Woche mit einem weichen Handschuh reicht. Wichtiger ist die Zahnpflege: PetMD verweist darauf, dass Zahnerkrankungen bei Katzen über vier Jahren sehr häufig sind.
Gesundheit
Das größte Thema ist die schmale Zuchtbasis. Eine DNA-Studie aus dem Jahr 2007 fand laut GCCF bei der Singapura die geringste genetische Vielfalt von 22 untersuchten Rassen; 2013 wurde deshalb in Großbritannien ein Auskreuzungsprogramm genehmigt. Außerdem kommt die Pyruvatkinase-Defizienz vor, eine erbliche Blutarmut mit Müdigkeit, Schwäche und Gewichtsverlust. Dafür gibt es einen Gentest, frag bei der Zucht nach den Ergebnissen beider Elterntiere. Bei Kätzinnen kann es zu Wehenschwäche kommen, sodass ein Kaiserschnitt nötig wird (GCCF). Würfe sind klein, meist zwei bis drei Kitten, und die Rasse ist selten. Rechne mit Wartezeit und meide Angebote ohne Papiere.
Für wen passt die Singapura?
Für Menschen, die viel zu Hause sind und eine kleine, verschmuste Katze mit großem Spieltrieb suchen. Gut auch für Familien mit rücksichtsvollen Kindern.
Für wen eher nicht?
Für alle, die lange außer Haus sind und nur eine Katze halten möchten. Und für Ungeduldige, denn auf ein Kitten aus seriöser Zucht wartest du oft länger.
Wie alt deine Singapura in Menschenjahren ist, zeigt der Katzenalter-Rechner. Ob die Rasse zu dir passt, prüfst du im Katzen-Test. Namensideen findest du bei unseren Katzennamen. Was zur Grundausstattung gehört, zeigt unsere Kitten-Checkliste. Und wenn deine Katze an die Wand soll: Katzenportraits vom eigenen Foto.
Häufige Fragen
Wie groß wird eine Singapura? Sie gilt laut GCCF als kleinste Katzenrasse. Kater wiegen rund 2,7 bis 3,6 kg, Kätzinnen 2,3 bis 2,7 kg. Ausgewachsen ist sie mit etwa zwei Jahren.
Wie alt wird eine Singapura? Die GCCF nennt etwa 9 bis 15 Jahre. Eine Studie zur Lebenserwartung dieser Rasse haben wir nicht gefunden.
Welche Krankheiten hat die Singapura? Bekannt ist die Pyruvatkinase-Defizienz, eine erbliche Blutarmut, für die es einen Gentest gibt. Dazu kommt die geringe genetische Vielfalt der Rasse.
Ist die Singapura eine Schoßkatze? Ja, laut GCCF ist sie sehr verschmust und eine echte Schoßkatze, klettert und spielt aber genauso gern.
Weiterlesen
Quellen, abgerufen am 05.11.2026: FIFe: Rassestandards Kategorie 3 (Fassung 01.01.2026); WCF: EMS-Code-Liste mit Anerkennung je Verband (Stand 01.11.2026); GCCF: Singapura, Rasseporträt; PetMD: Singapura, tierärztlich geprüft.
