Du hebst sie hoch und denkst: Da muss ein Stein im Fell stecken. Eine Burma wirkt zierlich, wiegt aber deutlich mehr, als sie aussieht. Und kaum steht sie wieder auf dem Boden, folgt sie dir in die Küche, weil dort gerade etwas passiert.
| Anerkennung | FIFe (Rassecode BUR, anerkannt seit 1960), WCF (BUR für den europäischen, AMB für den amerikanischen Typ), CFA, GCCF; TICA führt laut WCF-Liste den amerikanischen Typ |
|---|---|
| Ursprungsland | Südostasien (Myanmar, Thailand); moderne Zucht in den USA und Großbritannien |
| Gewicht | im FIFe-Standard nicht festgelegt. Laut GCCF wiegen Kater meist 5 bis 6,4 kg, Kätzinnen 2,7 bis 4,1 kg |
| Lebenserwartung | 14,4 Jahre bei Geburt (95-%-Konfidenzintervall 12,9 bis 15,9) in einer britischen Auswertung mit 45 verstorbenen Burmakatzen, der höchste Wert aller untersuchten Rassen (Teng et al. 2024). Die Stichprobe ist klein, die Zahl ist ein Durchschnitt |
| Fell | sehr kurz, fein, glänzend und seidig, eng anliegend, fast ohne Unterwolle |
| Farben laut Standard | FIFe: Braun, Blau, Chocolate, Lilac, Rot, Creme und die jeweiligen Schildpattfarben, ohne weiße Haare; Augen gelb von Chartreuse bis Bernstein, Goldgelb bevorzugt |
| Aktivität | hoch, verspielt bis ins Alter (redaktionelle Einschätzung) |
Herkunft
Die FIFe verweist auf alte thailändische Handschriften, in denen braune Katzen beschrieben sind, dort als Thong Daeng bekannt. Die moderne Zucht beginnt 1930 mit einer Katze namens Wong Mau, die der Arzt Joseph C. Thompson aus Rangun in Burma nach San Francisco brachte. Wong Mau war nach heutigem Wissen eine Burma-Siam-Mischung. Aus ihren Nachkommen mit Siamkatern wählte man die dunkelsten Tiere aus. Laut GCCF kam die Rasse nach dem Zweiten Weltkrieg nach Großbritannien und wurde dort 1952 anerkannt. Seither haben sich ein amerikanischer und ein europäischer Typ getrennt entwickelt. Die FIFe züchtet den europäischen.
Wesen
Die FIFe nennt die Burma gesprächig, gesellig, verspielt und ihren Menschen sehr treu. Die GCCF beschreibt eine selbstbewusste, sportliche Katze, die gut mit Kindern, anderen Katzen und Hunden auskommt, aber vernachlässigt werden nicht gut verträgt. Ihre Stimme ist eher sanft. Ein Hinweis der FIFe lohnt sich: Manche Burmas sind recht dominant. Eine Zweitkatze solltest du deshalb mit Bedacht auswählen, am besten ein ähnlich selbstbewusstes Tier.
Haltung und Beschäftigung
In der Wohnung fühlt sich eine Burma wohl, solange dort etwas los ist. Sie klettert gern, also plane einen hohen Kratzbaum und Liegeplätze mit Aussicht ein. Apportier- und Suchspiele kommen gut an. Lange Tage allein sind nichts für sie; wer viel arbeitet, hält besser zwei Katzen. Mehr dazu im Ratgeber Zweitkatze zusammenführen.
Pflege
Das Fell macht kaum Arbeit. Laut GCCF genügt einmal pro Woche eine Gummibürste, danach glänzt es von selbst. Wichtiger ist die Figur: Die GCCF rät, ältere Burmas nicht zu schwer werden zu lassen, weil das Diabetesrisiko mit Alter und Gewicht steigt.
Gesundheit
Drei Themen solltest du kennen. Erstens die hypokaliämische Polymyopathie: Ein zu niedriger Kaliumspiegel im Blut macht die Muskeln schwach, betroffene Katzen halten den Kopf schlecht oder laufen unsicher. Die Erkrankung wird rezessiv vererbt, ein Gentest ist verfügbar, und die GCCF empfiehlt ihn für alle Zuchttiere. Zweitens Diabetes mellitus, für den die Burma laut UFAW (heute Science for Animal Welfare) anfälliger ist. Drittens der Burmese Head Defect, eine schwere Fehlbildung von Schädel und Gesicht, mit der betroffene Kitten nicht lebensfähig sind. Laut UFAW trugen in einer Studie 5,7 Prozent der untersuchten Burmas die Anlage, besonders häufig in amerikanischen Linien. Auch hier hilft ein Gentest. Seriöse Züchter zeigen dir die Ergebnisse unaufgefordert.
Für wen passt die Burma?
Für Menschen, die viel zu Hause sind und eine verspielte, menschenbezogene Katze suchen. Auch für Familien mit Kindern und für Haushalte, in denen schon eine selbstbewusste Katze lebt.
Für wen eher nicht?
Für alle, die eine ruhige, unabhängige Katze möchten, und für Menschen, die oft lange unterwegs sind und nur eine Katze halten können.
Wie alt deine Burma in Menschenjahren ist, zeigt der Katzenalter-Rechner. Ob die Rasse zu dir passt, prüfst du im Katzen-Test. Namensideen findest du bei unseren Katzennamen. Und wenn du deine Katze an der Wand haben möchtest: Katzenportraits vom eigenen Foto.
Häufige Fragen
Wie alt wird eine Burma? In einer britischen Auswertung von Tierarztdaten hatte die Burma mit 14,4 Jahren die höchste Lebenserwartung bei Geburt aller untersuchten Rassen (Teng et al. 2024). Die Zahl beruht auf 45 verstorbenen Katzen.
Wie schwer wird eine Burma? Laut GCCF wiegen Kater meist 5 bis 6,4 kg und Kätzinnen 2,7 bis 4,1 kg. Sie wirkt dabei kleiner, als sie ist, weil sie sehr muskulös gebaut ist.
Welche Gentests sind bei der Burma wichtig? Vor allem der Test auf hypokaliämische Polymyopathie, den die GCCF für Zuchttiere empfiehlt, und der Test auf den Burmese Head Defect. Frag beim Züchter nach den Ergebnissen beider Elterntiere.
Was ist der Unterschied zwischen amerikanischer und europäischer Burma? Beide gehen auf dieselbe Ausgangszucht zurück, haben sich aber getrennt entwickelt und werden in unterschiedlichen Standards geführt. Die WCF führt sie unter zwei Codes, BUR und AMB.
Weiterlesen
Quellen, abgerufen am 05.11.2026: FIFe: Breed Profile Burmese; FIFe: Standard Burmese (BUR), Fassung 01.01.2026; FIFe: Liste der anerkannten Rassen; WCF: EMS-Code-Liste mit Anerkennung je Verband (Stand 01.11.2026); GCCF: Burmese, Rasseporträt; Teng KT, Brodbelt DC, Church DB, O'Neill DG: Life tables of annual life expectancy and risk factors for mortality in cats in the UK, Journal of Feline Medicine and Surgery 2024; Science for Animal Welfare (UFAW): Burmese, Diabetes Mellitus; Science for Animal Welfare (UFAW): Burmese, Burmese Head Defect.
