Eine Korat sitzt auf der Sofalehne, und sobald Licht auf ihr Fell fällt, schimmert es wie eine frisch geprägte Silbermünze. Dazu diese großen grünen Augen, die dir durch den Raum folgen. Lange bleibt sie dort nicht sitzen: Wo du gerade etwas tust, will sie dabei sein.
| Anerkennung | FIFe (EMS-Code KOR, anerkannt seit 1980), WCF, CFA, TICA und GCCF |
|---|---|
| Ursprungsland | Thailand |
| Gewicht | im FIFe-Standard nicht festgelegt; der Standard verlangt eine mittelgroße Katze, die schwerer ist, als sie aussieht. Der britische Verband GCCF nennt rund 6 bis 10 Pfund (etwa 2,7 bis 4,5 kg). |
| Fell | kurz bis mittellang, eng anliegend, einfaches Fell, glänzend und fein; teilt sich in der Bewegung entlang der Wirbelsäule |
| Farben laut Standard | ausschließlich Silberblau ohne Schattierung und ohne Streifen, Haare mit silberner Spitze; Augen leuchtend grün, bei Jungtieren bis 2 Jahre auch bernsteinfarben erlaubt |
| Aktivität | mittel bis hoch, verspielt, aber nicht überdreht (redaktionelle Einschätzung) |
Herkunft
Die Korat gilt als eine der ältesten Katzenrassen. Beschrieben ist sie im thailändischen Katzenbuch Smud Khoi aus der Ayutthaya-Zeit (1350 bis 1767), das 17 Glückskatzen zeigt, darunter die Korat. In Thailand heißt sie Si-Sawat, was laut GCCF so viel wie graublau bedeutet; ihr heutiger Name geht auf die Provinz Korat zurück. Traditionell wurde sie verschenkt, etwa zur Hochzeit, um dem Paar Glück zu bringen. Die ersten beiden Korats kamen 1959 in die USA, nach Großbritannien erst 1972. Laut FIFe setzen Züchter bis heute Katzen aus Thailand ein, um die genetische Basis breit zu halten.
Wesen
Die FIFe beschreibt die Korat als intelligent, energiegeladen und anhänglich. Sie mischt sich in alles ein, was ihre Menschen tun, und hat einen ausgeprägten eigenen Kopf. Beim Reden gehen die Beschreibungen auseinander: Laut FIFe sprechen manche Korats viel, andere weniger, die GCCF nennt sie insgesamt eher ruhige Katzen, die eine ruhige Umgebung schätzen. Sicher ist: Wenn sie etwas will, sagt sie es dir. Mit anderen Katzen und sogar Hunden kommt sie meist zurecht, solange sie selbst die Chefin bleiben darf. Ihr Spielzeug teilt sie dagegen ungern.
Haltung und Beschäftigung
In der Wohnung fühlt sich eine Korat wohl, wenn sie klettern und spielen kann. Ein stabiler Kratzbaum, ein paar erhöhte Liegeplätze und täglich eine Runde mit der Federangel reichen oft schon. Die CFA empfiehlt Intelligenzspielzeug und kleine Tricks, die sie mit Leckerchen lernt, allerdings nur, wenn sie selbst Lust hat. Nach draußen nur gesichert, also über einen vernetzten Balkon oder an das Geschirr gewöhnt.
Lange allein sein mag sie nicht. Die GCCF warnt, dass lange Abwesenheiten zu Trennungsstress führen können. Bist du viel unterwegs, ist eine zweite Katze sinnvoll. Plane die Zusammenführung mit Ruhe, unser Ratgeber zur Zweitkatze hilft dabei.
Pflege
Das einfache, feine Fell haart wenig. Einmal pro Woche sanft bürsten oder mit der Hand glattstreichen genügt. Wundere dich nicht, wenn deine junge Korat noch nicht so silbern glänzt wie erwachsene Tiere: Laut GCCF entwickeln sich die silbernen Spitzen bis etwa zum zweiten Lebensjahr, voll ausgewachsen ist sie mit rund vier Jahren. Das endgültige Grün der Augen kann laut FIFe drei bis vier Jahre brauchen.
Gesundheit
Bei der Korat ist die GM1-Gangliosidose bekannt, eine erbliche Stoffwechselkrankheit des Nervensystems. Sie wird rezessiv vererbt. Betroffene Kätzchen zeigen laut UFAW ab einem Alter von zwei bis drei Monaten Zittern, Gangstörungen und Sehprobleme, und die Krankheit endet meist um das erste Lebensjahr tödlich. Ein Gentest erkennt gesunde Tiere, Träger und erkrankte Katzen. Die GCCF berichtet, dass alle britischen Linien 1998 auf GM1 und GM2 getestet und frei befunden wurden. Seit 2025 gibt es zudem einen Gentest auf eine rezessiv vererbte Atherosklerose (Gefäßverkalkung), auf den britische Züchter inzwischen ihre Zuchttiere testen.
Ein praktischer Hinweis der GCCF: Korats haben meist wenig Körperfett. Erzähl das deiner Tierarztpraxis vor einer Narkose. Lass dir von der Züchterin die Gentests der Elterntiere zeigen, mindestens auf GM1 und GM2.
Für wen passt die Korat?
Für Menschen, die eine kluge, sehr menschenbezogene Katze suchen und gern mit ihr spielen. Gut passt sie in einen eher ruhigen Haushalt, in dem jemand oft zu Hause ist, auch mit rücksichtsvollen Kindern.
Für wen eher nicht?
Für alle, die eine Katze möchten, die viele Stunden allein bleibt, oder einen sehr trubeligen Haushalt mit ständig wechselnden Gästen haben. Wer keine Lust hat, sich mit einem eigenwilligen Charakter zu arrangieren, wird mit ihr nicht froh.
Wie alt deine Korat in Menschenjahren ist, zeigt der Katzenalter-Rechner. Ob die Rasse zu dir passt, prüfst du im Katzen-Test. Namensideen findest du bei unseren Katzennamen. Und wenn du deine Katze an der Wand haben möchtest: Katzenportraits vom eigenen Foto.
Häufige Fragen
Wie schwer wird eine Korat? Der FIFe-Standard legt kein Gewicht fest, nennt sie aber mittelgroß und schwerer, als sie aussieht. Die GCCF gibt rund 2,7 bis 4,5 kg an, Kätzinnen sind meist zierlicher als Kater.
Welche Farbe hat eine Korat? Nur Silberblau mit silbernen Haarspitzen. Jede andere Farbe führt laut FIFe-Standard zur Disqualifikation.
Sind Korats laut? Sie äußern sich deutlich, wenn sie etwas wollen. Laut FIFe ist das von Katze zu Katze verschieden, die GCCF beschreibt die Rasse insgesamt als eher ruhig.
Welche Erbkrankheit gibt es bei der Korat? Bekannt ist die GM1-Gangliosidose, eine tödliche Nervenkrankheit junger Katzen. Ein Gentest schließt Träger aus, deshalb sollten beide Elterntiere getestet sein.
Weiterlesen
Quellen, abgerufen am 05.11.2026: FIFe: Rassestandards Kategorie 3 (u. a. Korat, Kurilen Bobtail, Ocicat), Fassung 01.01.2026; FIFe: Breed Profile Korat (PDF); WCF: EMS-Code-Liste mit Anerkennung je Verband; GCCF: Korat, Rasseporträt; CFA: Korat; UFAW (Science for Animal Welfare): Korat, GM1-Gangliosidose.
