Erst turnt sie über das Bücherregal, ohne ein einziges Buch umzuwerfen, dann sitzt sie oben auf dem Schrank und schaut dem Treiben zu wie eine kleine Königin. Eine Somali wechselt in Sekunden vom Clown zur Grande Dame. Ihr buschiger Fuchsschwanz ist dabei immer zu sehen.
| Anerkennung | FIFe (EMS-Code SOM, gemeinsamer Standard mit Abessinier), WCF; laut WCF-Liste von allen großen Verbänden anerkannt, darunter TICA und CFA |
|---|---|
| Ursprungsland | Großbritannien (Abessinier-Linien), gezielte Zucht ab den 1950er bis 1970er Jahren in Nordamerika |
| Gewicht | im FIFe-Standard nicht festgelegt („mittel“). Laut GCCF im Schnitt rund 3,6 bis 5,4 kg (umgerechnet aus Pfund) |
| Lebenserwartung | laut GCCF etwa 12 bis 14 Jahre (Verbandsangabe, keine Studie) |
| Fell | halblang, außerordentlich fein, sehr dicht und weich; an den Schultern etwas kürzer, mit Halskrause und buschigem Schwanz. Das Ticking ist erst mit etwa 2 Jahren voll entwickelt |
| Farben laut Standard | getickt ohne Tabbyzeichnung, unter anderem Ruddy (wildfarben), Sorrel, Blau und Beige-Fawn sowie Silbervarianten; Weiß nur am Kinn und an den Nasenlöchern erlaubt; Augen bernstein, grün oder gelb |
| Aktivität | hoch, kletterfreudig und verspielt (redaktionelle Einschätzung) |
Herkunft
Die Somali ist die halblanghaarige Variante der Abessinier und unterscheidet sich laut FIFe nur in der Felllänge. In den 1950er Jahren tauchten in amerikanischen Abessinierwürfen gelegentlich langhaarige Kitten auf. Viele Züchter verschwiegen sie, einige begannen gezielt mit ihnen zu züchten. 1972 fiel laut FIFe der erste reine Langhaarwurf. Der Name spielt auf Somalia an, das an Abessinien, das heutige Äthiopien, grenzt. Die CFA erkannte die Rasse 1979 an, die FIFe Anfang der 1980er Jahre.
Wesen
Die FIFe beschreibt Somalis als intelligent, verspielt und abwechslungshungrig. Sie sind ungern allein, kommen gut mit anderen Tieren aus und binden sich eng an ihre Familie, unaufdringlich, aber beharrlich. Sie apportieren gern und lieben es, wenn viel los ist. Die GCCF ergänzt: Sie zirpen gern mit dir, sind aber keine typischen Schoßkatzen. In sehr großen Katzengruppen, in denen sie um Aufmerksamkeit konkurrieren müssen, fühlen sie sich nicht immer wohl.
Haltung und Beschäftigung
Ein gesicherter Garten ist laut GCCF ideal, sonst kommt eine Somali auch in der Wohnung zurecht, wenn genug Spielzeug, Kratzbäume und Abwechslung da sind. Plane erhöhte Aussichtsplätze ein, sie beobachtet gern von oben. Eine zweite, aktive Katze ist für die meisten Somalis besser als Einzelhaltung, besonders wenn du tagsüber arbeitest.
Pflege
Das halblange Fell verfilzt weniger als bei einer Perserkatze, braucht aber regelmäßiges, sanftes Kämmen, besonders an Halskrause und Hosen. Gewöhne dein Kitten früh daran. Die GCCF rät außerdem, die Zähne im Blick zu behalten, weil Zahnstein zu Zahnfleischentzündungen führen kann.
Gesundheit
Das wichtigste Erbleiden ist die Pyruvatkinase-Defizienz (PK-Mangel), ein Enzymdefekt der roten Blutkörperchen, der zu Blutarmut führt. Typisch sind Müdigkeit, blasse Schleimhäute, Gewichtsverlust oder Gelbsucht. Laut UFAW liegt der Anteil der veränderten Genvariante unter den untersuchten Somalis je nach Land bei 10 bis 28 Prozent; in Deutschland und anderen europäischen Ländern waren 19 von 239 getesteten Somalis, also 8 Prozent, selbst erkrankt (reinerbig). Erste Anzeichen zeigen sich im Mittel mit 1,7 Jahren. Es gibt einen zuverlässigen Gentest, und die UFAW empfiehlt, alle Zuchttiere zu testen.
Daneben nennt PetMD die progressive Retinaatrophie (PRA), eine erbliche Netzhauterkrankung, die zur Erblindung führt; laut GCCF sind in Großbritannien bisher keine Fälle bei Somalis dokumentiert. Lass dir bei der Zucht die PK-Testergebnisse beider Elterntiere zeigen.
Für wen passt die Somali?
Für aktive Menschen und Familien, die viel zu Hause sind, gern spielen und eine kluge, gesellige Katze suchen. Gut mit einer zweiten Katze.
Für wen eher nicht?
Für alle, die eine ruhige Schoßkatze möchten oder lange außer Haus sind. Auch Haushalte mit vielen Katzen sind nicht immer ideal.
Wie alt deine Somali in Menschenjahren ist, zeigt der Katzenalter-Rechner. Ob die Rasse zu dir passt, prüfst du im Katzen-Test. Namensideen findest du bei unseren Katzennamen. Und wenn deine Katze an die Wand soll: Katzenportraits vom eigenen Foto.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Somali und Abessinier? Nur die Felllänge. Die Somali ist laut FIFe die halblanghaarige Variante der Abessinier, mit Halskrause und buschigem Schwanz.
Welche Erbkrankheit ist bei der Somali typisch? Die Pyruvatkinase-Defizienz, eine erbliche Blutarmut. Laut UFAW waren in Europa 8 Prozent der getesteten Somalis betroffen. Ein Gentest der Elterntiere schließt sie bei Kitten aus.
Wie schwer wird eine Somali? Laut GCCF im Schnitt rund 3,6 bis 5,4 kg. Der FIFe-Standard nennt sie mittelgroß.
Ist eine Somali eine Schoßkatze? Eher nicht. Laut GCCF ist sie dafür zu neugierig und energiegeladen, kommt aber zwischendurch gern zum Kuscheln.
Weiterlesen
Quellen, abgerufen am 05.11.2026: FIFe: Rassestandards Kategorie 4 (Fassung 01.01.2026); FIFe: Breed Profile Somali (SOM); WCF: EMS-Code-Liste mit Anerkennung je Verband (Stand 01.11.2026); GCCF: Somali, Rasseporträt; UFAW / Science for Animal Welfare: Somali, Pyruvate Kinase Deficiency; PetMD: Somali Cat Breed Health and Care, tierärztlich geprüft.
