Sein Gesicht trägt den Namen einer Blume. Der FCI-Standard spricht vom Chrysanthemen-Gesicht, weil das Haar auf dem Nasenrücken nach oben wächst und den Kopf wie eine Blüte umrahmt. Darunter steckt ein erstaunlich kräftiger kleiner Hund, dem der Standard eine ausgesprochen arrogante Haltung bescheinigt.
| FCI | Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 5 Tibetische Hunderassen, Standard Nr. 208, ohne Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Tibet (China), Patronat Großbritannien |
| Größe (Widerrist) | nicht mehr als 27 cm |
| Gewicht | 4,5 bis 8 kg, ideal 4,5 bis 7,5 kg |
| Lebenserwartung | Median 12,8 Jahre in einer britischen Auswertung von 584.734 Hunden (McMillan et al. 2024) |
| Fell | langes, dichtes, nicht lockiges Deckhaar mit mäßiger Unterwolle, leichte Welle erlaubt |
| Farben laut Standard | alle Farben außer Merle; bei mehrfarbigen Hunden weiße Blesse und weiße Rutenspitze sehr erwünscht |
Herkunft
Die Wurzeln liegen laut Standard in Tibet, entwickelt wurde die Rasse in China, wo solche Hunde in den kaiserlichen Palästen lebten. Erst nachdem China 1912 Republik geworden war, kamen Shih Tzus in den Westen, der erste dokumentierte Import nach Großbritannien folgte 1931. Seit 1934 gilt er dort als eigene Rasse, getrennt von anderen asiatischen Kleinhunden.
Wesen
Intelligent, aktiv und wachsam, freundlich und unabhängig, so beschreibt ihn der Standard. Er ist ein Begleithund, der gern in deiner Nähe ist, aber nicht jedes Kommando sofort ausführt. Freundliche Geduld bringt bei ihm mehr als Strenge.
Bewegung und Beschäftigung
Tägliche Spaziergänge in seinem Tempo, Schnüffelrunden und kleine Suchspiele reichen ihm. An heißen Tagen verlegst du die Runden in den Morgen und den Abend.
Pflege
Das lange Fell ist der Zeitfresser: tägliches Bürsten bis auf die Haut, sonst verfilzt es. Der Standard empfiehlt, das Kopfhaar hochzubinden, damit der Hund gut sehen kann. Viele Halter lassen das Fell kürzer schneiden. Augen und Ohren regelmäßig kontrollieren.
Gesundheit
Eine VetCompass-Studie mit 11.082 Shih Tzus fand als häufigste Einzeldiagnosen Erkrankungen des Zahnhalteapparats (9,5 Prozent), verstopfte Analbeutel (7,4 Prozent) und Ohrerkrankungen (5,5 Prozent). Nach Gruppen standen Haut (16,6 Prozent), Zähne (13,3 Prozent) und Augen (11,9 Prozent) vorn. Das mediane Sterbealter lag bei 12,7 Jahren (Dale et al. 2024). Die Autoren zählen den Shih Tzu wegen seiner kurzen Schnauze zu den kurzköpfigen Rassen, deren flache Augenhöhlen die Augen verletzlicher machen. Der Standard verlangt weit offene Nasenlöcher. Achte darauf und auf eine ruhige, leise Atmung der Elterntiere.
Für wen passt der Shih Tzu?
Für Ersthalter, Familien und ältere Menschen, die einen fröhlichen, eher ruhigen Begleiter suchen und täglich Zeit für Fellpflege und Zahnpflege einplanen.
Für wen eher nicht?
Für Sportliche, die einen Laufpartner wollen, und für alle, die keine Lust auf tägliches Bürsten oder regelmäßige Termine beim Hundefriseur haben.
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Weiterlesen
- Havaneser: Anfängertauglich heißt nicht anspruchslos
- Malteser: Charakter ja, die Fellpflege ist der Vollzeitjob
- Mops: Was die weggezüchtete Nase im Alltag bedeutet
Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 208 Shih Tzu (fci.be, englische Fassung vom 06.10.2026, keine deutsche Fassung verfügbar); Dale F et al., Demography, common disorders and mortality of Shih Tzu dogs under primary veterinary care in the UK, Canine Medicine and Genetics 2024; McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024.
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