Irgendwann im Januar liegt er im Briefkasten: der Bescheid über die Hundesteuer. Für viele Halterinnen und Halter ist das der Moment, in dem sie zum ersten Mal genauer nachrechnen. Und die Unterschiede sind größer, als man denkt. Wer mit einem Hund in Augsburg lebt, zahlt 84 Euro im Jahr. In Mainz sind es 186 Euro, mehr als doppelt so viel, für denselben Hund.
Für 2027 kommt Bewegung in die Zahlen. Mehrere Großstädte haben für den Jahreswechsel eine Erhöhung beschlossen, dazu eine ganze Reihe kleinerer Städte und Gemeinden. Hier findest du die aktuellen Beträge aller 50 einwohnerstärksten Städte, jeweils aus der Satzung oder von der Steuerseite der Stadt, und alles, was du über Anmeldung, Befreiungen und Umzug wissen solltest.
Diese Städte erhöhen die Hundesteuer 2027
Für das Jahr 2027 sind diese Erhöhungen mit Beschluss und amtlicher Quelle belegt, zuerst die Großstädte, dann kleinere Städte und Gemeinden:
| Stadt oder Gemeinde | bisher | ab 2027 |
|---|---|---|
| Hamburg | 90 € je Hund, 600 € gefährlicher Hund | 120 € je Hund, 900 € gefährlicher Hund; neu: drei Jahre steuerfrei für Hunde aus Hamburger Tierheimen |
| München | 100 € je Hund, 800 € Kampfhund | 144 € je Hund, 1.200 € Kampfhund; fällig am 1. April statt am 15. Januar |
| Nürnberg | 132 € je Hund | 144 € erster Hund, 168 € jeder weitere |
| Heilbronn | 110 € erster Hund, 240 € weitere | 132 € erster Hund, 264 € weitere |
| Aalen | 126 € erster Hund, 252 € weitere | 138 € erster Hund, 276 € weitere |
| Wesseling | 78 € bei einem Hund | 120 € bei einem Hund |
| Rellingen | 75 € erster Hund | 120 € erster Hund |
| Claußnitz | 40 € erster Hund | 80 € je Hund |
Köln und Lübeck haben schon zum 1. Januar 2026 erhöht, Köln von 156 auf 174 Euro. Karlsruhe, Heidelberg, Mannheim und Stuttgart haben ihre Sätze ebenfalls 2026 angepasst.
Ob deine Gemeinde 2027 erhöht, steht im Amtsblatt oder in den Unterlagen des Gemeinderats. Viele Städte schicken mit dem neuen Bescheid ohnehin den neuen Betrag.
Hundesteuer in den 50 größten Städten
Die Tabelle zeigt den Jahresbetrag für den ersten und den zweiten Hund, den Satz für Listenhunde (also Hunde, die eine Stadt per Rasseliste oder Einzelfallprüfung als gefährlich einstuft) und, wo bekannt, seit wann die Beträge gelten. Wichtig beim Lesen: Fast jede Stadt rechnet etwas anders. In manchen kostet nur der zweite Hund mehr, in anderen steigt bei zwei Hunden der Satz für beide.
| Stadt | 1. Hund | 2. Hund | Listenhund | gültig ab | 2027 | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Berlin | 120 € | 180 € | kein eigener Satz | N/V | keine Änderung bekannt | berlin.de |
| Hamburg | 90 € | 90 € | 600 € | N/V | 120 € je Hund, 900 € gefährlicher Hund, ab 01.01.2027 | hamburg.de |
| München | 100 € | 100 € | 800 € | 01.01.2011 | 144 € je Hund, 1.200 € Kampfhund, ab 01.01.2027 | stadt.muenchen.de |
| Köln | 174 € | 174 € | kein eigener Satz | 01.01.2026 | keine Änderung bekannt | stadt-koeln.de |
| Frankfurt am Main | 102 € | 102 € | 900 € | N/V | keine Änderung bekannt | frankfurt.de |
| Düsseldorf | 96 € | 150 € je Hund¹ | 600 € | 01.01.2024 | keine Änderung bekannt | duesseldorf.de |
| Leipzig | 150 € | 150 € | kein eigener Satz | 01.01.2026 | keine Änderung bekannt | leipzig.de |
| Stuttgart | 144 € | 288 € | 816 € | 01.01.2026 | keine Änderung bekannt | stuttgart.de |
| Dortmund | 156 € | 204 € je Hund¹ | 468 € | 01.01.2023 | keine Änderung bekannt | dortmund.de |
| Bremen | 150 € | 150 € | kein eigener Satz | 01.01.2016 | keine Änderung bekannt | transparenz.bremen.de |
| Essen | 156 € | 216 € je Hund¹ | 852 € | 01.01.2026 | keine Änderung bekannt | media.essen.de |
| Dresden | 108 € | 144 € | kein eigener Satz | 01.01.2003 | keine Änderung bekannt | dresden.de |
| Nürnberg | 132 € | 132 € | 1.056 €³ | 2005 | 144 € erster, 168 € jeder weitere Hund, ab 2027 | nuernberg.de |
| Hannover | 150 € | 276 € | 720 € | N/V | keine Änderung bekannt | hannover.de |
| Duisburg | 132 € | 168 € je Hund¹ | kein eigener Satz | 01.01.2010 | keine Änderung bekannt | duisburg.de |
| Bochum | 168 € | 192 € je Hund¹ | kein eigener Satz | 01.01.2019 | keine Änderung bekannt | bochum.de |
| Wuppertal | 160 € | 288 €² | 1.000 € | N/V | keine Änderung bekannt | wuppertal.de |
| Bielefeld | 144 € | 156 € je Hund¹ | kein eigener Satz | N/V | keine Änderung bekannt | bielefeld.de |
| Bonn | 162 € | 210 € je Hund¹ | 840 € | 01.01.2016 | keine Änderung bekannt | bonn.de |
| Mannheim | 144 € | 288 € | 744 € | 01.01.2026 | keine Änderung bekannt | mannheim.de |
| Karlsruhe | 144 € | 144 € | kein eigener Satz | 01.01.2026 | keine Änderung bekannt | karlsruhe.de |
| Münster | 120 € | 132 € je Hund¹ | 750 € | 2016 | keine Änderung bekannt | stadt-muenster.de |
| Augsburg | 84 € | 120 € | 840 € | 01.01.2012 | keine Änderung bekannt | augsburg.de |
| Wiesbaden | 180 € | 180 € | kein eigener Satz | N/V | keine Änderung bekannt | wiesbaden.de |
| Mönchengladbach | 138 € | 165,60 € je Hund¹ | 720 € | 2019 | keine Änderung bekannt | moenchengladbach.de |
| Gelsenkirchen | 129 € | 147 € je Hund¹ | 672 € | 01.01.2025 | keine Änderung bekannt | gelsenkirchen.de |
| Aachen | 120 € | 144 € je Hund¹ | 720 € | N/V | keine Änderung bekannt | aachen.de |
| Braunschweig | 120 € | 204 € | 804 € | 01.01.2021 | keine Änderung bekannt | braunschweig.de |
| Kiel | 150 € | 225 € | kein eigener Satz | 01.01.2025 | keine Änderung bekannt | kiel.de |
| Chemnitz | 100 € | 135 € je Hund¹ | 750 € | N/V | keine Änderung bekannt | chemnitz.de |
| Magdeburg | 114 € | 114 € | kein eigener Satz | 20.07.2024 | keine Änderung bekannt | magdeburg.de |
| Freiburg im Breisgau | 120 € | 240 € | kein eigener Satz | 01.01.2024 | keine Änderung bekannt | freiburg.de |
| Krefeld | 112 € | 130 € je Hund¹ | 800 € | 01.01.2025 | keine Änderung bekannt | service.krefeld.de |
| Halle (Saale) | 120 € | 180 € | 720 € | 01.01.2026 | keine Änderung bekannt | halle.de |
| Mainz | 186 € | 216 € | 600 € | 01.03.2012 | keine Änderung bekannt | mainz.de |
| Erfurt | 120 € | 144 € | kein eigener Satz | 01.07.2026 | keine Änderung bekannt | erfurt.de |
| Lübeck | 156 € | 156 € | 684 € | 01.01.2026 | keine Änderung bekannt | bekanntmachungen.luebeck.de |
| Oberhausen | 168 € | 252 € je Hund¹ | 850 € | 01.07.2024 | keine Änderung bekannt | oberhausen.de |
| Rostock | 108 € | 144 € | 1.000 € | 2024 | keine Änderung bekannt | rathaus.rostock.de |
| Kassel | 90 € | 120 € | kein eigener Satz | N/V | keine Änderung bekannt | kassel.de |
| Hagen | 180 € | 210 € je Hund¹ | kein eigener Satz | 01.01.2014 | keine Änderung bekannt | hagen.de |
| Potsdam | 108 € | 144 € | 648 € | 01.07.2013 | keine Änderung bekannt | potsdam.de |
| Saarbrücken | 120 € | 168 € | kein eigener Satz | 01.01.2011 | keine Änderung bekannt | saarbruecken.de |
| Hamm | 90 € | 124 € je Hund¹ | 696 € | 2010 | keine Änderung bekannt | hamm.de |
| Ludwigshafen am Rhein | 145 € | 180 € | 840 € | 01.01.2024 | keine Änderung bekannt | ludwigshafen.de |
| Oldenburg | 108 € | 132 € | kein eigener Satz | 01.01.2010 | keine Änderung bekannt | oldenburg.de |
| Mülheim an der Ruhr | 160 € | 220 € je Hund¹ | 850 € | N/V | keine Änderung bekannt | cms.muelheim-ruhr.de |
| Leverkusen | 96 € | 156 € | 600 € | 01.01.2023 | keine Änderung bekannt | leverkusen.de |
| Darmstadt | 120 € | 156 € | 600 € | N/V | keine Änderung bekannt | darmstadt.de |
| Osnabrück | 120 € | 162 € | 720 € | N/V | keine Änderung bekannt | demokratisch.osnabrueck.de |
¹ Staffel je Haushalt: Wer zwei Hunde hält, zahlt den höheren Satz für jeden Hund, also auch für den ersten. Ab drei Hunden steigt der Satz in vielen dieser Städte noch einmal. ² Wuppertal: Das Serviceportal der Stadt nennt 288 € ab dem zweiten Hund, der Wortlaut der Satzung spricht bei zwei Hunden von 288 € je Hund. Im Zweifel beim Steueramt nachfragen. ³ Nürnberg: Für Kampfhunde nennt die Mitteilung zur Erhöhung 2027 keinen neuen Betrag. Alle Beträge pro Jahr, Stand 20.10.2026, abgerufen bei den Städten selbst. Einwohnerreihenfolge nach dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamts, Stand 31.12.2025.
Gut zu wissen: Hunde aus dem Tierheim sind oft steuerfrei
Viele Städte belohnen es, wenn du einem Tierheimhund ein Zuhause gibst. Einige Beispiele aus den Satzungen: Berlin befreit Hunde aus Tierheimen für fünf Kalenderjahre. Lübeck und Leverkusen verzichten 36 Monate auf die Steuer, Magdeburg drei Jahre. Köln befreit für 24 Monate und Hunde, die bei der Übernahme mindestens acht Jahre alt sind, sogar dauerhaft. Mannheim befreit Tierheimhunde ohne Befristung. Hamburg führt 2027 eine Befreiung für drei Jahre ein. Fast immer gilt: Antrag stellen und eine Bescheinigung des Tierheims beilegen, oft nur für Tierheime in der eigenen Stadt.
Warum uns Hunde aus dem Tierheim besonders am Herzen liegen, liest du hier.
Was die Hundesteuer eigentlich ist
Die Hundesteuer ist eine örtliche Aufwandsteuer. Das Grundgesetz gibt den Ländern das Recht, solche Steuern zu regeln, und die Länder reichen es an die Gemeinden weiter. Deshalb legt jede Stadt und jede Gemeinde selbst fest, ob und wie viel sie verlangt. In Berlin, Hamburg und Bremen gilt ein eigenes Landesgesetz.
Insgesamt haben die Gemeinden 2025 rund 429,7 Millionen Euro Hundesteuer eingenommen, etwa ein Drittel mehr als zehn Jahre zuvor. Eine Gebühr für Kotbeutel oder Hundewiesen ist die Hundesteuer nicht: Das Geld fließt in den allgemeinen Haushalt, so beschreiben es zum Beispiel München und Heilbronn. Viele Städte nennen außerdem einen Lenkungszweck, sie wollen die Zahl der Hunde im Stadtgebiet begrenzen.
Wer zahlt die Hundesteuer?
Steuerpflichtig ist, wer einen Hund in seinen Haushalt aufnimmt, und zwar für privat gehaltene Hunde. Leben mehrere Menschen in einem Haushalt, gelten in vielen Satzungen alle als Halter und haften gemeinsam. Auch ein Pflegehund kann steuerpflichtig werden: In Köln nach drei Monaten, in Lübeck schon nach einem Monat. Welpen sind meist erst ab einem bestimmten Alter dran, oft ab drei oder vier Monaten.
Anmelden, abmelden, Steuermarke
Einen neuen Hund meldest du bei deiner Stadt oder Gemeinde an, meist beim Steueramt oder online. Die Fristen sind kurz und unterschiedlich: In Berlin hast du einen Monat Zeit, in Köln vier Wochen, in München und Lübeck zwei Wochen. Wer den Termin verpasst, riskiert ein Bußgeld, also lieber gleich in der ersten Woche erledigen. Das gilt auch, wenn der Hund aus dem Tierheim oder von Privat kommt.
Abmelden musst du den Hund, wenn er stirbt, abgegeben wird oder du wegziehst. Die Steuermarke gibst du dann zurück. Nicht überall gibt es sie noch: Berlin verteilt seit 2024 keine Hundesteuermarken mehr, München lässt die Wahl zwischen Marke und Chip.
Umzug mit Hund
Ziehst du in eine andere Gemeinde, meldest du den Hund in der alten ab und in der neuen an. Die Steuerpflicht endet je nach Satzung mit dem Monat des Wegzugs oder am Tag davor. Damit du nicht doppelt zahlst, rechnen manche Städte die anderswo bereits gezahlte Steuer auf Antrag an, Köln zum Beispiel. Bewahre deshalb den alten Bescheid auf, bis der neue da ist.
Befreiungen und Ermäßigungen
Neben Tierheimhunden sind in vielen Städten bestimmte Hunde ganz von der Steuer befreit. Das betrifft vor allem Blindenführhunde und anerkannte Assistenzhunde, geprüfte Rettungshunde und Diensthunde. Mehrere Städte erweitern das gerade: Köln befreit seit 2026 Assistenzhunde, Heilbronn ab 2027. Wer Bürgergeld oder Grundsicherung bezieht, bekommt vielerorts eine Ermäßigung oder Befreiung, in Köln zum Beispiel einen ermäßigten Satz von 60 Euro. Dazu kommen lokale Besonderheiten: In München ist ein Hund nach bestandenem Hundeführerschein im Folgejahr steuerfrei, in Frankfurt sinkt der Satz für Listenhunde nach einer Begleithundeprüfung deutlich.
Alle Befreiungen gibt es nur auf Antrag. Von selbst passiert nichts, auch wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
Listenhunde: warum der Satz so hoch ist
Für Hunde, die eine Stadt als gefährlich einstuft, verlangen viele Satzungen ein Vielfaches: 600 bis über 1.000 Euro im Jahr sind keine Seltenheit. Welche Rassen betroffen sind, regelt das jeweilige Landesrecht oder die Satzung selbst. Einige Städte verzichten bewusst auf einen eigenen Satz, etwa Dresden, Leipzig, Duisburg oder Bochum. In anderen sinkt der Betrag, wenn der Hund einen Wesenstest bestanden hat. Wer einen Hund einer gelisteten Rasse aufnehmen möchte, sollte vorher bei der eigenen Gemeinde nachfragen. Die Steuer ist dann oft der kleinere Teil der Auflagen.
Und jetzt?
Die Hundesteuer ist nicht der größte Kostenblock im Hundeleben. Futter, Tierarzt, Versicherung und Ausstattung kosten im Jahr meist deutlich mehr. Trotzdem lohnt es sich, die Regeln der eigenen Stadt zu kennen, besonders wenn ein zweiter Hund oder ein Umzug ansteht. Ein Blick in die Satzung dauert zehn Minuten und kann im Jahr eine dreistellige Summe ausmachen.
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Verbindlich ist immer die Satzung deiner Gemeinde. Dieser Artikel ist keine Steuerberatung.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: Beträge der 50 Städte aus der jeweils verlinkten Satzung oder Steuerseite der Stadt (siehe Tabelle). Einwohnerzahlen: Statistisches Bundesamt, Gemeindeverzeichnis, Stand 31.12.2025. Einnahmen: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung N069 vom 07.10.2026. Hamburg 2027: Drittes Gesetz zur Änderung kommunalabgabenrechtlicher Vorschriften vom 04.03.2026 (HmbGVBl. Nr. 9, S. 98) und Mitteilung der Finanzbehörde vom 21.04.2026. München 2027: Änderungssatzung vom 12.08.2026 und Beschlussvorlage der Stadtkämmerei vom Juli 2026. Nürnberg 2027: Pressemitteilung der Stadt Nr. 657 vom 17.06.2026. Heilbronn: Pressemitteilung vom 26.03.2026. Aalen, Wesseling, Rellingen, Claußnitz: Satzungen und Mitteilungen der Gemeinden. Köln 2026: Pressemitteilung und Satzung der Stadt Köln. Rechtsgrundlage: Art. 105 Abs. 2a Grundgesetz. Anmeldefristen: service.berlin.de, stadt.muenchen.de, Satzungen Köln und Lübeck.

