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Ist Eibe für Pferde giftig?

Eibenzweig mit dunkelgrünen Nadeln und roten Samenmänteln an einer Hecke

Rot: giftig oder gefährlich

Ja, Eibe gehört zu den gefährlichsten Giftpflanzen für Pferde. Die toxikologische Datenbank CliniTox der Universität Zürich stuft die Europäische Eibe (Taxus baccata) als sehr stark giftig ein. Pferde zählen dort zu den empfindlichsten Tierarten.

Warum die Ampel auf Rot steht

Nadeln, Zweige und Samen enthalten Taxus-Alkaloide, vor allem Taxin B. Sie blockieren laut CliniTox Natrium- und Kalziumkanäle in Herz und Nerven. Das Herz schlägt langsamer und unregelmäßig, bis es stillsteht. Ungiftig ist nur der rote Samenmantel. Trocknen oder Kochen ändert am Giftgehalt nichts, im Winter ist er am höchsten.

Die Mengen sind erschreckend klein. Als minimale tödliche Dosis nennt CliniTox für Pferde 0,2 bis 0,4 g Nadeln pro Kilogramm Körpergewicht, also 100 bis 200 g Nadeln für ein Pferd. Bei Pferden sind plötzliche Todesfälle schon wenige Minuten nach dem Fressen möglich. Die Tiere brechen zusammen, taumeln, zeigen Muskelzittern und Atemnot. Auch die ASPCA nennt plötzlichen Tod durch Herzversagen als typische Folge.

Dazu kommt: Pferde können praktisch nicht erbrechen, weil ihr Schließmuskel am Mageneingang besonders kräftig ist, wie das Fachmagazin EQUUS erklärt. Was im Magen ist, bleibt dort.

Worauf du achten solltest

  • Weide und Zaun prüfen: Schau dir Weiderand und Nachbargärten genau an. Dein Pferd darf auch über den Zaun nicht an Eibenzweige kommen.
  • Heckenschnitt: Schnittgut von Eibenhecken landet manchmal gut gemeint auf der Weide. Sprich Nachbarn darauf an. Auch welke Zweige bleiben giftig.
  • Ausritte: Lass dein Pferd unterwegs nicht an unbekannten Hecken und Ziersträuchern knabbern.
  • Neue Weiden: Geh vor dem ersten Weidegang einmal den ganzen Rand ab.

Was tun, wenn dein Pferd Eibe gefressen hat?

Ruf sofort die Tierärztin oder den Tierarzt, auch wenn dein Pferd noch völlig normal wirkt. CliniTox empfiehlt bei Pferden nach dem Fressen eine EKG-Überwachung, ausdrücklich auch bei Tieren ohne Anzeichen. Ein Gegengift gibt es nicht. Nimm ein Stück der Pflanze mit oder mach ein Foto. Schätz ab, wie viel gefehlt hat und wann es passiert ist.

Bei Anzeichen einer Vergiftung, einer Schlundverstopfung oder einer Kolik sofort die Tierärztin, den Tierarzt oder den tierärztlichen Notdienst rufen.

Häufige Fragen

Wie viel Eibe ist für ein Pferd tödlich? Laut CliniTox liegt die minimale tödliche Dosis bei 0,2 bis 0,4 g Nadeln pro Kilogramm Körpergewicht, das sind 100 bis 200 g Nadeln pro Pferd.

Ist getrocknete Eibe für Pferde ungefährlich? Nein. Laut CliniTox ändert Trocknen am Giftgehalt nichts. Auch welker Heckenschnitt ist gefährlich.

Sind die roten Eibenbeeren giftig? Der rote Samenmantel ist laut CliniTox ungiftig, der Samen darin aber nicht. Nadeln und Zweige sind die Hauptgefahr.

Weiterlesen

Quellen, abgerufen am 05.11.2026: CliniTox, Universität Zürich, Pflanzengifte: Taxus baccata; ASPCA, Toxic and Non-toxic Plants: Yew; EQUUS, Q&A: Why can't horses vomit?

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