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Ist Bergahorn für Pferde giftig?

Flügelsamen des Bergahorns auf einer herbstlichen Weide

Rot: giftig oder gefährlich

Ja, Samen, Keimlinge und Blätter des Bergahorns sind für Pferde lebensgefährlich. Sie enthalten Hypoglycin A, den Auslöser der atypischen Weidemyopathie. Diese Muskelerkrankung verläuft laut Klinik für Pferde der Tierärztlichen Hochschule Hannover in bis zu 80 Prozent der Fälle tödlich.

Warum die Ampel auf Rot steht

Hypoglycin A stört den Energiestoffwechsel der Muskelzellen. Betroffen sind laut dem Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg Atemmuskulatur, Rumpfmuskeln und Herzmuskel. Nachgewiesen ist das Gift in Bergahorn (Acer pseudoplatanus) und Eschenahorn (Acer negundo). In den Samen von Feld- und Spitzahorn fand die Hochschule Hannover kein Hypoglycin A.

Wie viel ein Pferd verträgt, ist sehr unterschiedlich. Liebegg schreibt, dass je nach Pferd bereits 30 bis 40 Samen zu Vergiftungserscheinungen führen können. Laut Liebegg enden 60 bis 80 Prozent der Fälle innerhalb von 72 Stunden tödlich. CliniTox der Universität Zürich nennt 75 Prozent.

Laut Hannover tritt die Erkrankung vor allem im Herbst und Winter auf, besonders nach kalten Tagen mit Frost oder einstelligen Temperaturen. Meist trifft es jüngere Pferde in gutem Allgemeinzustand, die viele Stunden auf kargen, abgefressenen Weiden in der Nähe der Bäume stehen. Im Frühjahr sind es die Keimlinge.

Worauf du achten solltest

  • Bäume kennen: Laut Liebegg hat Bergahorn große, stark gezähnte Blätter, und seine Flügelsamen stehen spitzer zueinander als bei Feld- und Spitzahorn.
  • Weidezeit begrenzen: Liebegg empfiehlt in den Risikozeiten, Oktober bis Dezember und März bis Juni, weniger als 6 Stunden Weide. Hannover nennt als Empfehlung höchstens 12 Stunden. Je kürzer, desto sicherer.
  • Raufutter zufüttern: Auf kargen Weiden gehört laut beiden Quellen ausreichend Heu dazu, aber nicht vom Boden unter Ahornbäumen.
  • Heu aus Ahornnähe meiden: Laut Liebegg ist Hypoglycin A auch in Heu und Heulage nachweisbar.
  • Flächen freihalten: Der Wind trägt die Samen über kurze Strecken. Auch angrenzende Flächen zählen.

Was tun, wenn dein Pferd Ahornsamen gefressen hat?

Warnzeichen sind laut Hannover und Liebegg ein plötzlich steifer Gang, Muskelzittern, starkes Schwitzen, häufiges Liegen bis zum Festliegen, Koliksymptome und dunkelbraun verfärbter Urin. Oft fressen die Pferde trotzdem weiter. Ruf bei einem dieser Zeichen sofort die Tierärztin. Hast du nur Samen auf der Weide entdeckt, hol die Pferde runter und sprich mit deiner Praxis.

Bei Anzeichen einer Vergiftung, einer Schlundverstopfung oder einer Kolik sofort die Tierärztin, den Tierarzt oder den tierärztlichen Notdienst rufen.

Häufige Fragen

Ist Spitzahorn für Pferde giftig? In den Samen von Spitz- und Feldahorn wurde laut Tierärztlicher Hochschule Hannover kein Hypoglycin A gefunden. Gefährlich sind Bergahorn und Eschenahorn.

Wie viele Ahornsamen sind für ein Pferd gefährlich? Laut Landwirtschaftlichem Zentrum Liebegg können je nach Pferd bereits 30 bis 40 Samen zu Vergiftungserscheinungen führen.

Weiterlesen

Quellen, abgerufen am 05.11.2026: Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Klinik für Pferde, Atypische Myopathie beim Pferd: Hypoglycin A als Ursache festgestellt (Cavalleri, Aboling, Feige); Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg, Achtung Atypische Myopathie (2025); CliniTox, Universität Zürich, Pflanzengifte: Rhytisma acerinum und Acer sp.

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