Einfarbig, so will es der Kishu-Standard seit 1934. Davor trugen diese Jagdhunde oft auffällige rote oder sesamfarbene Abzeichen, manche waren gestromt. Laut FCI sind diese Zeichnungen seit 1945 verschwunden. Dafür begegnet man heute auch weißen Kishus, neben roten und sesamfarbenen.
| FCI | Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp), Sektion 5 Asiatische Spitze und verwandte Rassen, Standard Nr. 318, ohne Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Japan |
| Größe (Widerrist) | Rüden 52 cm, Hündinnen 49 cm, Abweichung von plus oder minus 3 cm toleriert |
| Gewicht | im FCI-Standard nicht festgelegt |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | hartes, gerades Deckhaar mit weicher, dichter Unterwolle, an Backen und Rute relativ lang |
| Farben laut Standard | Weiß, Rot oder Sesam (gute Mischung aus schwarzen, roten und weißen Haaren); gescheckte Farbe gilt als Fehler |
Vom Rotwild zum Wildschwein
Seine Vorfahren waren laut Standard mittelgroße Hunde, die in den Bergen von Kishu lebten, dem Gebiet der heutigen Präfekturen Wakayama und Mie. Früher jagten sie auch Rotwild, heute werden sie vor allem auf Wildschwein geführt. Den Namen hat die Rasse von ihrer Herkunftsgegend. 1934 wurde sie zum Naturdenkmal erklärt, die FCI hat sie 1982 endgültig anerkannt. Verwandte Bergjäger aus Japan sind der gestromte Kai, der Shikoku und der Hokkaido.
Würdevoll und ausdauernd
Der Standard beschreibt ihn als bemerkenswert ausdauernd, von natürlicher Wesensart, edel und würdevoll, im Temperament treu, fügsam und sehr aufmerksam. Fügsam heißt bei einem Jagdhund dieser Art nicht, dass er jede Anweisung ungeprüft übernimmt. Er hängt an seinen Leuten, bleibt Fremden gegenüber aber meist kühl. Begegnungen mit anderen Hunden klappen am besten, wenn er sie früh und in freundlicher Form kennengelernt hat.
Kondition statt Krawall
Ein Kishu ist kein Hund, der durch die Wohnung tobt, wenn er genug draußen war. Lange, ruhige Touren durch abwechslungsreiches Gelände, Nasenspiele und Fährtenarbeit passen zu seiner Ausdauer. Sein Jagdinteresse ist echt. Frei laufen lässt du ihn nur dort, wo kein Wild unterwegs ist, und mit einem Rückruf, den ihr lange geübt habt.
Weißes Fell ohne viel Arbeit
Das harte Deckhaar wird nach einem Matschspaziergang schnell wieder sauber, sobald es trocken ist. Im Fellwechsel fällt die Unterwolle reichlich aus, dann hilft tägliches Bürsten. Bei weißen Hunden erlaubt der Standard eine leicht fehlende Pigmentierung der Nase.
Wenig Forschung, eine Blutbesonderheit
McMillan et al. führen den Kishu in ihrer britischen Lebensdaueranalyse nicht, eine andere belastbare Zahl haben wir weder zur Lebenserwartung noch zu typischen Erkrankungen gefunden. Untersucht wurde vor allem sein Blut. In einer japanischen Stichprobe hatten 3 von 40 Kishus rote Blutkörperchen mit hohem Kaliumgehalt (Fujise et al. 1997). Das Merkmal ist erblich und laut den Autoren keine Krankheit. Es kann aber Laborwerte verfälschen, weil Kalium aus der Probe in das Serum übertritt, und es macht die Zellen anfälliger für Zwiebelinhaltsstoffe. Außerdem trugen einige Kishus eine Sialinsäure-Variante an den roten Blutkörperchen, die bei europäischen Rassen nicht vorkam (Yasue et al. 1978). Erzähl deiner Tierarztpraxis davon, bevor Blut abgenommen wird.
Zu dir passt er, wenn
du einen ruhigen, ernsthaften Begleiter suchst, gern stundenlang wanderst und Geduld für einen Hund hast, der Vertrauen langsam aufbaut.
Weniger geeignet, wenn
du einen verspielten Hund für jeden Besuch willst, Katzen und Kleintiere frei im Haus leben oder Spaziergänge meist kurz ausfallen.
Bevor du dich auf einen Kishu festlegst, lohnt der Rasse-Test; tiefer geht „Welcher Hund passt WIRKLICH zu dir?“. Für die ersten Wochen mit Welpe hilft das kostenlose Welpen-Startpaket. Ein weißer oder sesamfarbener Kishu wirkt stark als Magazin-Cover auf Leinwand, mehr Formate zeigen die Hundeportraits.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 318 Kishu (fci.be, deutsche Fassung vom 27.03.2018, gültiger Standard publiziert 30.10.2016); McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024 (Rasse nicht enthalten); Fujise H et al., Incidence of dogs possessing red blood cells with high K in Japan and East Asia, Journal of Veterinary Medical Science 1997; Yasue S et al., Difference in form of sialic acid in red blood cell glycolipids of different breeds of dogs, Journal of Biochemistry 1978.
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