Am 2. November 1882 stand er schon in der illustrierten Zeitschrift „La caccia“, als eine der Laufhundrassen Italiens. Fünfzig Jahre später beschrieb ihn der Anwalt und Landwirt Filippo Zacchini als kleinen Hund von großer Wendigkeit, ganz Muskeln und Nerven, ohne jede Schwere. So zitiert ihn der FCI-Standard, und viel genauer lässt sich der Segugio dell'Appennino kaum zusammenfassen.
| FCI | Gruppe 6 (Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen), Sektion 1.2 Mittelgroße Laufhunde, Standard Nr. 375, mit Arbeitsprüfung, vorläufig anerkannt |
|---|---|
| Ursprungsland | Italien |
| Größe (Widerrist) | Rüden 44 bis 50 cm, Hündinnen 42 bis 48 cm; bei ausgezeichneten Hunden 2 cm mehr oder weniger zulässig |
| Gewicht | 10 bis 18 kg |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | zwei Haararten: Kurzhaar (höchstens 2 cm, dicht, an Pferdehaar erinnernd) und Rauhaar (2 bis 5 cm, mit dichter Unterwolle) |
| Farben laut Standard | falb in allen Schattierungen, schwarz mit Loh, hasengrau, falb mit schwarzer Überlagerung; Weiß an Läufen, Brust, Hals, Stirn, Fang und Rutenspitze erwünscht |
Ein Hasenjäger aus dem Bergland
Gemacht ist er für den Hasen im schwierigen Gelände der Hügel und Berge, er jagt aber auch Wildschwein und anderes Haarwild. Laut Standard hat weniger gezielte Auslese als die Natur selbst einen einheitlichen, robusten Typ geformt, den Bergbewohner und Kleinbauern bewahrt haben. Sein bekannterer Verwandter ist der Segugio Italiano Kurzhaar, größer und mit eigenem Standard.
Was „vorläufig“ bei der FCI heißt
Erst am 11.02.2026 hat die FCI die Rasse provisorisch anerkannt, zusammen mit dem Standard. Bis zur endgültigen Anerkennung erhält sie kein CACIB. Titel wie Weltsieger oder Sektionssieger stehen ihr trotzdem offen, und Ahnentafeln müssen das FCI-Logo tragen.
Eng am Menschen, wild auf die Spur
Laut Standard lebt er in perfekter Symbiose mit seinem Herrn, hat aber ein starkes Temperament und eine übersteigerte Jagdleidenschaft. Gehorsam sei ihm angeboren, anderes Wild verfolge er nicht. Er jagt allein, zu zweit oder in der Meute und hält dabei Kontakt, ohne begleitet werden zu müssen. Seine Stimme ist hell und klar und ändert sich mit den Phasen der Jagd.
Galopp als Grundgangart
Lockerer, lebhafter Galopp, zwischendurch Trab: So bewegt er sich bei der Arbeit. Spaziergänge allein füllen ihn nicht aus. Ohne Jagd brauchst du tägliche Nasenarbeit, Fährten oder Mantrailing, dazu Gelände, in dem er sich laufend austoben kann, sicher eingezäunt.
Kurzhaar oder Rauhaar
Beide Haararten dürfen miteinander verpaart werden. Das kurze Fell braucht kaum mehr als einen Striegel. Beim Rauhaar mit Unterwolle lohnt ein wöchentliches Bürsten, das Haar soll anliegen und nie Locken bilden. Die langen, beweglichen Ohren reichen gezogen etwa bis zur Mitte des Fangs, sieh sie dir nach Touren durchs Unterholz an.
Gesundheit: noch keine Daten
Studien zu Krankheiten oder Lebensdauer dieser Rasse haben wir nicht gefunden. Die britische Auswertung von McMillan und Kollegen (2024) führt sie nicht, und Europe PMC liefert zum Namen keinen Treffer. Der Standard verlangt immerhin faltenfreie Haut und gut anliegende Lider. Ob die Elterntiere auf Hüftdysplasie geröntgt wurden, erfährst du nur beim Züchter.
Ein Hund für Jäger und Bergwanderer
Glücklich wird er bei Menschen, die jagen oder sehr viel draußen sind, gern im Mittelgebirge und mit Zeit für Nasenarbeit. Weniger gut passt er in eine Stadtwohnung, zu Haltern ohne Jagderfahrung oder zu Haushalten mit Kaninchen im Garten. Eine weitere Laufhundrasse Italiens, ebenfalls nur vorläufig anerkannt, stellt der Eintrag zum Segugio Maremmano vor.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 375 Segugio dell'Appennino (fci.be, englische Fassung vom 03.03.2026, gültiger Standard publiziert 11.02.2026, Originalsprache Englisch; eine deutsche Fassung ist nicht veröffentlicht); FCI-Rassenseite Nr. 375 und FCI-Seite zu provisorisch anerkannten Rassen; McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024 (Rasse nicht enthalten); Literatursuche Europe PMC (ohne Treffer zur Rasse).
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