Die Öffentlichkeit halte ihn oft für einen mürrischen Schotten, schreibt der FCI-Standard selbst, für Familie und Freunde sei er aber liebevoll und fröhlich. Beim kleinsten Geräusch steht er dennoch bereit, sein Zuhause zu bewachen.
| FCI | Gruppe 3 (Terrier), Sektion 2 Niederläufige Terrier, Standard Nr. 73, ohne Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Großbritannien |
| Größe (Widerrist) | 25 bis 28 cm |
| Gewicht | 8,5 bis 10,5 kg |
| Lebenserwartung | Median 12,7 Jahre bei 1.747 Scottish Terriern in einer britischen Auswertung (McMillan et al. 2024) |
| Fell | eng anliegendes Doppelfell; Unterwolle kurz, dicht und weich; Deckhaar harsch, dicht und drahtig |
| Farben laut Standard | Schwarz, Weizenfarben (wheaten) oder gestromt in jeder Schattierung; andere Farben oder Kombinationen nicht zulässig |
Ein Club von 1882
Der Standard nennt genaue Jahreszahlen: 1881 entstand der erste Rassestandard, 1882 der Scottish Terrier Club, nur drei Jahre nachdem Captain Gordon Murray die Rasse in ihrer heutigen Form begonnen hatte. Gedacht ist der kurzbeinige Highland-Terrier für die Arbeit unter der Erde, er soll in den Bau passen, was übermäßig schwere Hunde ausschließt.
Würde, Treue und eigener Kopf
Loyal und treu, würdevoll, unabhängig und zurückhaltend, mutig und sehr intelligent, kühn, aber nie aggressiv: So lautet das Wesensbild. Fremden begegnet er eher mit Distanz, und Kommandos prüft er gern, bevor er sie ausführt. Geduldige, konsequente Erziehung macht ihn zu einem verlässlichen Hausgenossen. Kinder sollten wissen, dass er kein Kuscheltier zum Herumtragen ist.
Kurze Beine, viel Kraft
Trotz kurzer Beine ist er laut Standard sehr wendig und aktiv, die Hinterhand bemerkenswert kräftig. Er buddelt mit Leidenschaft und liebt Suchspiele, stundenlanges Joggen ist dagegen nicht seine Disziplin.
Drahthaar zum Zupfen
Damit das Deckhaar harsch und wetterfest bleibt, wird es üblicherweise getrimmt, also abgestorbenes Haar ausgezupft. Scheren ist bequemer, macht das Fell aber weicher. Bart und Augenbrauen brauchen regelmäßig Kamm und Lappen, zwischen den Trimmterminen genügt Bürsten zweimal pro Woche.
Blasenkrebs und Blutungsneigung
Im Median erreichten 1.747 Scotties 12,7 Jahre, Mischlinge 12,0 (McMillan et al. 2024). Ein Risiko sticht jedoch heraus: Krebs der Harnblase. In einer US-amerikanischen Klinikdatenbank erkrankten Scottish Terrier rund 21-mal so häufig an invasivem Blasenkrebs wie Mischlinge (Knapp et al. 2019). Fall-Kontroll-Studien mit jeweils über 80 erkrankten Scotties deuten auf äußere Einflüsse: Rasen, der mit Unkrautvernichtern behandelt war, ging mit einem drei- bis siebenfachen Risiko einher (Glickman et al. 2004), Gemüse mindestens dreimal pro Woche mit einem um etwa 70 Prozent geringeren (Raghavan et al. 2005). Blut im Urin oder häufiges Pressen beim Pinkeln gehört zügig zum Tierarzt. Dazu kommt die erbliche Von-Willebrand-Krankheit, eine schwere Blutungsneigung: Von 87 Scotties einer freiwilligen Stichprobe waren 15 Träger und 4 erkrankt, ein Gentest existiert (Venta et al. 2000).
Ein Scottie passt zu dir, wenn
du einen kleinen, robusten Hund mit Würde suchst, der nicht jeden liebt, aber seine Menschen sehr. Wer Terrier kennt und Fellpflege einplant, erlebt wenig Überraschungen.
Weniger geeignet, wenn
du einen Hund für die Hundewiese und Dauerkuscheln erwartest oder kleine Kinder ihn ständig fordern würden.
Einen weiteren kleinen Terrier mit Drahthaar zeigt der Eintrag zum West Highland White Terrier, einen Briten mit mehr Arbeitseifer der zum Border Terrier. Ob ein so eigenständiger Hund zu dir passt, klärt der Rasse-Test, gründlich unser Buch „Welcher Hund passt WIRKLICH zu dir?“. Mit Welpe hilft dir das kostenlose Welpen-Startpaket durch den Anfang. Sein bärtiges Profil wirkt stark als digitales Kunstwerk zum Download oder bei den Hundeportraits.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 73 Scottish Terrier (fci.be, englische Fassung vom 06.10.2026; eine deutsche Fassung ist nicht veröffentlicht); McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024; Knapp DW et al., Naturally-Occurring Invasive Urothelial Carcinoma in Dogs, Frontiers in Oncology 2019; Glickman LT et al., Herbicide exposure and the risk of transitional cell carcinoma of the urinary bladder in Scottish Terriers, JAVMA 2004; Raghavan M et al., Evaluation of the effect of dietary vegetable consumption on reducing risk of transitional cell carcinoma of the urinary bladder in Scottish Terriers, JAVMA 2005; Venta PJ et al., Mutation causing von Willebrand's disease in Scottish Terriers, Journal of Veterinary Internal Medicine 2000.
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