Schwarz, und zwar ausschließlich. Der FCI-Standard unterscheidet beim Ca de Bestiar sogar drei Töne, Jett-, Normal- und Pechschwarz, und wertet das tadellose Jettschwarz am höchsten. Dazu kommt ein Blick, den der Text rätselhaft nennt: intelligent und traurig zugleich, mit einer Spur Misstrauen.
| FCI | Gruppe 1 (Hütehunde und Treibhunde), Sektion 1 Schäferhunde, Standard Nr. 321 Ca de Bestiar, Perro de Pastor Mallorquín (Mallorca-Schäferhund), ohne Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Spanien (Balearen) |
| Größe (Widerrist) | Rüden 66 bis 73 cm, Hündinnen 62 bis 68 cm; 1 cm Abweichung wird akzeptiert |
| Gewicht | mittleres Gewicht etwa 40 kg; disqualifiziert sind erwachsene Rüden unter 30 oder über 50 kg und Hündinnen unter 25 oder über 54 kg |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | zwei Varietäten: Kurzhaar, anliegend, auf dem Rücken 1,5 bis 3 cm mit sehr feiner Unterwolle; Langhaar (Ca cabrer), leicht gewellt, im Winter etwas über 7 cm |
| Farben laut Standard | nur Schwarz in den Tönen Jett-, Normal- und Pechschwarz; Weiß nur als kleines Abzeichen an Brust und Hals, weiße Zehen werden streng bestraft |
Hüten, wachen, schützen
Als Verwendung nennt der Standard Hüte-, Wach- und Schutzhund. Woher die Rasse stammt, ist offen; erste Beschreibungen ihres Körperbaus stammen aus dem 19. Jahrhundert (Alanzor Puente et al. 2020). Die FCI hat sie am 26.05.1982 endgültig anerkannt. Genetisch steht ihr unter den Balearenrassen die Mallorca-Dogge, der Ca de Bou, am nächsten (Alanzor Puente et al. 2024). Ebenfalls von den Inseln stammt der Podenco Ibicenco.
Ein Herr, und nur einer
Der Standard spricht von großem Adel: Der Ca de Bestiar erkennt nur einen Herrn an und lässt Fremde ungern an sich heran. Er ist intelligent, führig, anhänglich, in der Jugend äußerst scheu, bis in den Tod treu, tapfer und streitsüchtig. Er braucht eine erfahrene, ruhige Hand, früh geplante Begegnungen mit Menschen und Hunden und ein Zuhause ohne ständigen Besuch.
Groß, schnell und am liebsten im Galopp
Bei der Arbeit galoppiert er, der Standard nennt den Galopp seine bevorzugte Gangart. Er braucht viel Platz, sicher eingezäuntes Gelände und tägliche Aufgaben für seinen Wachinstinkt. In einigen Bundesländern gelten für große, schwere Hunde unabhängig von der Rasse eigene Pflichten; erkundige dich vor dem Kauf bei Land oder Gemeinde.
Kurzhaar und Ca cabrer
Das verbreitete Kurzhaar ist mit einmal Bürsten pro Woche gepflegt. Die langhaarige Varietät heißt Ca cabrer, Hund mit Ziegenhaar. Ihr Fell wird im Winter am längsten und braucht dann öfter die Bürste.
Afterkrallen und ein kleiner Genpool
Der Standard von 1982 sieht vor, angeborene Afterkrallen zu entfernen. Das deutsche Tierschutzgesetz erlaubt Amputationen aber nur bei tierärztlicher Indikation. Eine Auswertung des Zuchtbuchs fand 53 Gründertiere und im Schnitt 16 Geburten pro Jahr, höchstens 37. Die gemessene Inzucht war niedrig, doch die Stammbäume reichten im Mittel nur 1,04 vollständige Generationen zurück, das macht den Wert wenig aussagekräftig (Alanzor Puente et al. 2020). Belastbare Studien zu Lebenserwartung und Krankheiten fehlen. Frag nach Röntgenbefunden von Hüften und Ellbogen beider Eltern.
Wer mit ihm glücklich wird
Erfahrene Halter mit Haus, großem Grundstück und viel Ruhe, die einen ernsthaften Wächter suchen und sich auf lange, gründliche Sozialisierung einlassen.
Wer besser eine andere Rasse wählt
Ersthalter, Familien mit viel Besuch und alle, die einen Hund suchen, der Fremde freundlich begrüßt.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 321 Ca de Bestiar, Perro de Pastor Mallorquín (Mallorca-Schäferhund) (fci.be, deutsche Fassung vom 30.08.2002; eine englische Fassung ist nicht veröffentlicht); FCI-Rassenseite Nr. 321 (fci.be); Tierschutzgesetz § 6 (gesetze-im-internet.de); Alanzor Puente JM et al., Does Functionality Condition the Population Structure and Genetic Diversity of Endangered Dog Breeds under Island Territorial Isolation?, Animals 2020; Alanzor Puente JM et al., Integrated Discriminant Evaluation of Molecular Genetic Markers and Genetic Diversity Parameters of Endangered Balearic Dog Breeds, International Journal of Molecular Sciences 2024; McMillan KM et al., Scientific Reports 2024 (Rasse dort nicht ausgewertet).
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