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Bretonischer Spaniel (Epagneul Breton)

Titelgrafik Hunderassen-Lexikon: Bretonischer Spaniel

Der erste Rasseclub des Epagneul Breton trug seine Besonderheit gleich im Namen: Klub für den Epagneul Breton mit natürlicher, kurzer Rute. Bis heute kommen viele Welpen mit Stummelrute oder ganz ohne Rute zur Welt. Dass das mehr als eine Äußerlichkeit ist, zeigt eine Studie aus Norwegen.

FCI Gruppe 7 (Vorstehhunde), Sektion 1.2 Kontinentale Vorstehhunde, Typ Spaniel, Standard Nr. 95, mit Arbeitsprüfung
Ursprungsland Frankreich
Größe (Widerrist) Rüden 48 bis 51 cm, Hündinnen 47 bis 50 cm, jeweils 1 cm Toleranz; ideal Rüden 49 bis 50 cm, Hündinnen 48 bis 49 cm
Gewicht im FCI-Standard nicht festgelegt
Lebenserwartung Median 11,1 Jahre in einer britischen Auswertung von 584.734 Hunden (McMillan et al. 2024), dort als Brittany geführt
Fell am Körper fein, nicht seidig, glatt oder ganz leicht gewellt, nie gekräuselt; kurz an Kopf und Vorderseite der Läufe, Hinterseite der Läufe reich befranst
Farben laut Standard Weiß-Orange, Weiß-Schwarz oder Weiß-Braun mit unregelmäßigen Platten, an Nasenrücken, Lippen und Läufen gescheckt, geschimmelt oder getüpfelt; dreifarbig mit Loh; schmale Blesse erwünscht, einfarbig nicht zulässig

Aus der Mitte der Bretagne

Laut Standard stammt die Rasse aus dem Zentrum der Bretagne und ist wahrscheinlich einer der ältesten Vorstehhunde vom Spanieltyp. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde sie durch Auslese und Kreuzungen geformt, der erste Standard entstand 1907 in Nantes und wurde 1908 angenommen. Erbgutanalysen zeigen beim Epagneul Breton eine eigenständige mütterliche Linie (Parra et al. 2008).

Klein, quadratisch, eigenständig

Der Standard beschreibt einen kompakten, kräftigen und doch eleganten Hund, so lang wie hoch. Er gilt als ausgeglichen, umgänglich und anpassungsfähig, ist von klein auf passionierter Jäger und leicht auszubilden. Im Feld sucht er beharrlich und selbstständig in großem Radius. Einen nahen französischen Verwandten zeigt der Eintrag zum Französischen Spaniel.

Was die kurze Rute mit dem Rücken zu tun hat

Norwegische Forschende werteten Beckenröntgenbilder von 744 Bretonen aus. Bei 47,8 Prozent fanden sie einen Übergangswirbel zwischen Lenden und Kreuzbein, 26,7 Prozent hatten eine angeborene kurze Rute. Bei diesen Hunden war die Chance auf einen solchen Wirbel etwa doppelt so hoch, am deutlichsten mit Stummelrute (Berg et al. 2026). Ausgeprägte Formen gingen in einer kleineren Studie häufiger mit leichten Rückenschmerzen einher (Berg et al. 2025).

Lebenserwartung unter dem Schnitt

In der britischen Langlebigkeitsstudie lag der Median der dort als Brittany geführten Rasse bei 11,1 Jahren, bei Mischlingen bei 12,0, das Risiko eines frühen Todes war erhöht (McMillan et al. 2024). Todesursachen je Rasse nennt die Studie nicht.

Bewegung mit Köpfchen

Täglich ein bis zwei Stunden draußen, dazu Suchaufgaben oder Dummytraining halten ihn ausgeglichen. Bis der Rückruf sitzt, gehört eine Schleppleine ins Gepäck.

Fransen an den Hinterläufen

Das feine Haar ist pflegeleicht: einmal pro Woche bürsten, Fransen und gewellte Ohren nach Feldwegen auf Kletten absuchen.

Wem er Freude macht und wem nicht

Zu sportlichen Menschen und Familien mit Lust auf Training passt er gut. Wer wenig Zeit hat oder einen Hund sucht, der ohne Leine stets in Rufweite bleibt, schaut sich besser andere Rassen an. Einen ganz anderen Spanieltyp zeigt der Eintrag zum Cocker Spaniel.

Titelgrafik Hunderassen-Lexikon: Bretonischer Spaniel

Ob ein Bretone in dein Leben passt, zeigt der Rasse-Test, ausführlich unser Buch „Welcher Hund passt WIRKLICH zu dir?“. Das kostenlose Welpen-Startpaket hilft in den ersten Wochen. Orange-weiße Platten und die Blesse kommen auf dem Magazin-Cover auf Leinwand gut zur Geltung, weitere Varianten findest du bei den Hundeportraits vom eigenen Foto.

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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 95 Epagneul Breton (Bretonischer Spaniel) (fci.be, deutsche Fassung vom 18.06.2003, englische Fassung vom 05.05.2003, gültiger Originalstandard publiziert 25.03.2003); McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024; Berg JA et al., Association between the natural bobtail phenotype and lumbosacral transitional vertebra in Brittany dogs and Danish-Swedish Farmdogs, Canadian Veterinary Journal 2026; Berg JA et al., Transitional lumbosacral vertebrae in black Norwegian elkhound and Brittany dogs: clinical findings and its association with degenerative lumbosacral stenosis, Acta Veterinaria Scandinavica 2025; Parra D et al., Genetic differentiation in pointing dog breeds inferred from microsatellites and mitochondrial DNA sequence, Animal Genetics 2008.

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