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Anglo-Français de Petite Vénerie (Mittelgroßer Anglo-Französischer Laufhund)

Titelgrafik Hunderassen-Lexikon: Anglo-Français de Petite Vénerie

Sechsundsechzig Hunde dieser Rasse trug das italienische Zuchtbuch im Jahr 2015 ein. Die Zahl steht im Anhang einer Studie über Geburtsgewichte, und sie zeigt, wie selten man diesem Hund außerhalb der Jagd begegnet. Der Name klingt nach Adel, gemeint ist ein Arbeitshund für Niederwild.

FCI Gruppe 6 (Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen), Sektion 1.2 Mittelgroße Laufhunde, Standard Nr. 325, mit Arbeitsprüfung
Ursprungsland Frankreich
Größe (Widerrist) 48 bis 56 cm, bei hervorragenden Hunden 2 cm Toleranz nach oben und unten
Gewicht im FCI-Standard nicht festgelegt
Lebenserwartung keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V)
Fell kurz, dicht und glatt; Haut dünn, straff und ohne Falten
Farben laut Standard dreifarbig (Weiß und Schwarz mit lebhaftem Loh), Weiß und Schwarz mit blassem Loh, jeweils mit schwarzem Nasenschwamm; oder zweifarbig Weiß und Orange mit tabakfarbenem Nasenschwamm

Kleine Jagd, mittlere Größe

Petite vénerie nennt man in Frankreich die Jagd mit Laufhunden auf kleineres Wild, und genau das schreibt der Standard als Verwendung fest: Laufhund für die Niederwildjagd. Damit unterscheidet er sich von den großen Verwandten wie dem Grand Anglo-Français Blanc et Orange, die als große Laufhunde in Sektion 1.1 stehen. Die FCI erkennt ihn seit Januar 1983 endgültig an, der gültige französische Text stammt aus demselben Jahr. Seine Konturen sollen denen der etablierten französischen Meutehunde gleichen.

Drei Farbschläge unter einem Dach

Bei den großen Anglo-Français hat jede Farbe ihren eigenen Standard. Der mittelgroße vereint alle drei: dreifarbig mit lebhaftem Loh, Weiß und Schwarz mit blassem Loh, oder Weiß mit Orange. Ein Detail trennt ihn deutlich vom großen Weiß-Orangen: Abstehende, gröbere Haare an der Rutenspitze sind bei ihm ausdrücklich ein Fehler, die Rute soll mittellang, dünn und reich behaart sein.

Lang, schmal, ohne Schwere

Der Kopf ist länglich und nicht zu breit, der Fang wirkt leicht spitz. Die weichen Ohren setzen tief an und reichen bis auf zwei Fingerbreit an den Nasenschwamm. Der Hals ist schlank und ohne Wamme, die Brust reicht mindestens bis zum Ellenbogen, der Bauch ist ein wenig aufgezogen, aber nicht wie beim Windhund.

Ein Tag ohne Hasen

Ein eigenes Kapitel zum Wesen hat der Standard nicht. Für den Alltag bleibt die Verwendung als Anhaltspunkt, und die spricht für viel Nasenarbeit: Fährtenspiele, lange Spaziergänge an der Schleppleine, Mantrailing. Sicheren Freilauf solltest du bei einem Niederwildjäger nicht erwarten. Das glatte Haar bürstest du einmal pro Woche, die langen Ohren schaust du nach jedem Feldweg auf Grannen durch.

Zwei Fundstellen, keine Krankheitszahl

McMillan und Kollegen führen den Medium-Sized Anglo-French Hound in ihrer Namensliste zur Lebenserwartung, ausgewertet wurde er nicht. Eine italienische Blutgruppenstudie fand bei allen 12 untersuchten Hunden dieser Rasse das Merkmal DEA 1 positiv; für eine Bluttransfusion ist das gut zu wissen, über Krankheiten sagt es nichts. Studien, die für diese Rasse Erkrankungen beziffern, haben wir nicht gefunden. Beim Züchter fragst du deshalb gezielt nach Hüftbefunden, Augenuntersuchungen und dem Alter verstorbener Verwandter.

Passt er zu dir?

Eher ja, wenn du mit Laufhunden auf Niederwild jagst oder ihm täglich lange Nasenarbeit bietest, ländlich lebst und Geduld für einen Hund mit eigener Agenda hast. Eher nein, wenn du einen ersten Hund suchst, in der Stadt wohnst oder einen Begleiter willst, der beim Spaziergang ohne Leine an deiner Seite bleibt.

Titelgrafik Hunderassen-Lexikon: Anglo-Français de Petite Vénerie

Bevor ein Jagdhund mit eigener Agenda einzieht, hilft dir der Rasse-Test bei der ehrlichen Einschätzung, ausführlich beantwortet „Welcher Hund passt WIRKLICH zu dir?“ die Fragen dahinter. Wenn der Welpe kommt, nimm das Welpen-Startpaket mit. Und für deinen Dreifarbigen gibt es ein digitales Kunstwerk zum Download oder die Hundeportraits.

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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 325 Anglo-Français de Petite Vénerie (fci.be, deutsche Fassung vom 28.04.1997, englische Fassung vom 28.04.1997, gültiger Originalstandard vom 26.01.1983); FCI-Rassenseite Nr. 325; McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024 (Rasse aufgeführt, aber nicht ausgewertet); Groppetti D et al., A National Census of Birth Weight in Purebred Dogs in Italy, Animals 2017 (Anhang Tabelle A1); Carli E et al., Frequency of DEA 1 antigen in 1037 mongrel and purebreed dogs in Italy, BMC Veterinary Research 2017.

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