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Shire Horse

Shire Horse, Rappe mit Blesse und weißem Kötenbehang, Kopf und Hals auf einer Weide

Wenn ein Shire Horse den Kopf über die Boxentür streckt, musst du nach oben schauen. Die Hufe sind tellergroß, die Beine verschwinden unter langem Behang. Und doch steht da meist ein Pferd, das sich mit großer Ruhe putzen lässt.

Typ Kaltblut, Zugpferd
Herkunft Großbritannien
Zuchtverband Shire Horse Society (Großbritannien)
Stockmaß laut Standard der Shire Horse Society: Hengste mindestens 173 cm, Wallache mindestens 168 cm, Stuten mindestens 163 cm
Farben Rappe, Brauner, Dunkelbrauner, Schimmel; bei Stuten und Wallachen zusätzlich Stichelhaar
Verwendung Zug- und Arbeitspferd, Fahren, Reiten, Schauen

Herkunft und Geschichte

Die Shire Horse Society beschreibt, wie in England über Jahrhunderte immer größere, kräftigere Arbeitspferde entstanden: erst für Kutschen, dann für die Landwirtschaft, mit der Industrialisierung für Lastkähne auf den Kanälen, für schwere Wagen, Omnibusse und Straßenbahnen. Allein in London waren 1893 rund 19.000 Pferde bei Fuhrunternehmen im Einsatz, Brauereien nutzten etwa 3.000.

Ab den 1920er Jahren übernahmen Traktoren und Lastwagen. Die Zahl der Shires fiel laut Society von weit über einer Million auf nur noch wenige Tausend in den 1960er Jahren. Engagierte Züchter retteten die Rasse, heute ist sie wieder als Arbeits- und Reitpferd gefragt.

Exterieur

Die Shire Horse Society legt für Hengste ein Mindeststockmaß von 173 cm fest, für Wallache 168 cm und für Stuten 163 cm. Hengste sollen Rappe, Brauner oder Schimmel sein, ohne große weiße Flecken am Körper und ohne Stichelhaar oder Fuchsfarbe. Bei Stuten und Wallachen ist Stichelhaar erlaubt.

Der Kopf ist lang und trocken, die Nase leicht geramst, die Augen groß und mit sanftem Ausdruck. Früher galt viel Behang als Ideal; heute verlangt die Society sauberere Beine mit geradem, feinem, seidigem Kötenhaar. In der Bewegung soll das Pferd kraftvoll aus Knie und Sprunggelenk gehen, gerade und taktsicher.

Charakter (Interieur)

Die Shire Horse Society beschreibt die Pferde als ruhig und fügsam mit sanftem, freundlichem Wesen, die sprichwörtlichen sanften Riesen. Das macht sie für Freizeitreiten, Fahren und sogar therapeutische Angebote interessant. Beim Umgang zählt trotzdem gute Erziehung: Ein Pferd mit dieser Masse muss Führen, Weichen und Hufegeben sicher gelernt haben, sonst wird jeder Hufschmiedtermin zur Kraftprobe.

Haltung und Fütterung

Ein Shire braucht laut Society viel Platz, eine große, gut eingezäunte Weide oder einen Paddock, einen Witterungsschutz und jederzeit sauberes Wasser. Rechne mit breiten Türen, großen Boxen und Ausrüstung in Übergröße. Der Behang braucht regelmäßige Pflege, damit sich unter dem Haar kein Schmutz und keine Hautprobleme festsetzen.

Gefüttert wird vor allem mit Raufutter. Leichtfuttrige Pferde neigen zu Übergewicht und Insulinresistenz mit Hufreherisiko (University of Kentucky); halte die Figur im Blick.

Gesundheit

Das wichtigste Gesundheitsthema sind die Beine. Bei Shires, Clydesdales und Belgischen Kaltblütern ist eine chronisch fortschreitende Schwellung der unteren Gliedmaßen mit Hautverdickung und Fibrose beschrieben, die einem primären Lymphödem ähnelt. Die Erkrankung beginnt früh, schreitet lebenslang fort und kann zu Entstellung und Bewegungseinschränkung führen (De Cock et al. 2003). Typische Zeichen sind dicke Hautfalten, Krusten und Knoten unter dem Behang. Lass verdickte Fesseln früh tierärztlich abklären.

Auch die Muskelerkrankung PSSM1 wurde bei Shires nachgewiesen, in einer internationalen Studie allerdings mit der niedrigsten Häufigkeit unter den positiv getesteten Rassen (McCue et al. 2010). Ein Gentest schafft bei Verdacht Klarheit.

Für wen passt das Shire Horse?

Für Menschen mit viel Platz, Erfahrung im Umgang mit großen Pferden und Freude an Fahren, Arbeit oder entspanntem Reiten. Wer einen gelassenen, freundlichen Riesen sucht, findet ihn hier.

Für wen eher nicht?

Für Ställe mit engen Boxen und schmalen Türen, für knappe Budgets und für alle, die keine Zeit für intensive Beinpflege haben. Auch Hufschmied und Transport kosten bei dieser Größe mehr.

Weiterführend: Was ein Pferd im Monat wirklich kostet, rechnest du mit unserem Pferdekosten-Rechner durch, und vor dem Kauf hilft dir die Checkliste zum Pferdekauf. Ideen für den Stallnamen findest du bei unseren Pferdenamen, und dein eigenes Pferd gibt es als Pferdeportrait vom eigenen Foto.

Häufige Fragen

Wie groß wird ein Shire Horse? Laut Standard der Shire Horse Society mindestens 173 cm bei Hengsten, 168 cm bei Wallachen und 163 cm bei Stuten.

Welche Farben hat ein Shire Horse? Hengste sind Rappe, Brauner oder Schimmel. Bei Stuten und Wallachen ist zusätzlich Stichelhaar erlaubt.

Was ist CPL beim Shire Horse? Eine chronisch fortschreitende Schwellung der unteren Beine mit Hautverdickung, beschrieben bei Shires, Clydesdales und Belgischen Kaltblütern.

Ist ein Shire Horse gutmütig? Die Shire Horse Society beschreibt die Rasse als ruhig, fügsam und sanft.

Weiterlesen

Quellen, abgerufen am 05.11.2026: Shire Horse Society: Breeding Shire Horses (Standard of Points); Shire Horse Society: The Shire Horse, History to today; Shire Horse Society: Owning a Shire Horse; De Cock HEV et al.: Progressive swelling, hyperkeratosis, and fibrosis of distal limbs in Clydesdales, Shires, and Belgian draft horses, suggestive of primary lymphedema, Lymphatic Research and Biology 2003 (PubMed); McCue ME et al.: Estimated prevalence of the Type 1 Polysaccharide Storage Myopathy mutation in selected North American and European breeds, Animal Genetics 2010 (PubMed); University of Kentucky Cooperative Extension: Equine Metabolic Syndrome: Is My Horse Just Fat or Is He Sick? (ID-239).

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