Du wirfst eine Spielmaus quer durchs Zimmer, und bevor sie landet, ist die Chausie schon in der Luft. Ein paar Minuten später sitzt sie oben auf dem Kühlschrank und schaut, was du als Nächstes vorhast. Diese Katze sieht aus wie ein kleiner Puma auf langen Beinen und will vor allem eines: mitmachen.
| Anerkennung | TICA (Championstatus seit 1. Mai 2013); bei der WCF im Anerkennungsverfahren; von der FIFe nicht anerkannt, kein EMS-Code |
|---|---|
| Ursprungsland | USA (Zuchtprogramm seit den 1990er Jahren), Vorfahr ist die Rohrkatze (Felis chaus) |
| Gewicht | Kätzinnen etwa 3,5 bis 6 kg, Kater etwa 5 bis 7,5 kg (Angaben der TICA-Rassesektion) |
| Fell | kurz bis mittellang, dichte weiche Unterwolle, etwas raueres Deckhaar, deutlich getickt |
| Farben laut Standard | Brown Ticked Tabby, Schwarz, Black Grizzled Ticked Tabby (TICA) |
| Aktivität | sehr hoch, springt, klettert und will gefordert werden |
Herkunft
Die Rohrkatze lebt von Nordafrika bis Südostasien und war schon im alten Ägypten Gast in menschlicher Nähe. Kreuzungen mit Hauskatzen sind seit langem beschrieben, die erste dokumentierte Verpaarung stammt laut Rassesektion von 1960. Ein geplantes Zuchtprogramm unter dem Namen Chausie begann in den 1990er Jahren. Die TICA nahm die Rasse 1995 ins Register auf und erlaubte Abessinier und Hauskatzen als Einkreuzung. Seit dem 1. Mai 2013 hat die Chausie dort Championstatus; Einkreuzungen sind seitdem nicht mehr erlaubt, und ausgestellt werden nur Katzen mit drei Generationen reiner Chausie-Abstammung (Kennzeichen SBT).
Wesen
Der Standard beschreibt die Chausie als überwiegend häuslich im Temperament: gutmütig, loyal, sehr intelligent und gut trainierbar, aktiv, neugierig und verspielt, mit großem Bedürfnis nach Anregung und Gesellschaft. Die Rassesektion nennt sie selbstbewusst, aber nicht aggressiv. Im Alltag heißt das: Sie lernt schnell, wie die Schranktür aufgeht, und sie findet klare Regeln und feste Abläufe hilfreich. Viele Chausies laufen an der Leine und apportieren.
Haltung und Beschäftigung
Eine Chausie braucht Platz in die Höhe: stabile, deckenhohe Kratzbäume, Wandbretter und Laufwege. Ein gesicherter Balkon oder ein Gehege bringt viel. Weil sie Gesellschaft sucht, ist eine zweite, ebenso lebhafte Katze oft die bessere Lösung als lange Stunden allein. Futterspiele, Clickertraining und tägliche Jagdspiele mit der Angel helfen, ihre Energie zu lenken. Wer eine ruhige Sofakatze sucht, wird mit ihr nicht glücklich.
Ein Punkt, der oft untergeht: Frühe Generationen (direkte Nachkommen der Rohrkatze und deren Kinder) sind Wildtierhybride. Die Schweiz etwa verlangt für Hybridkatzen der ersten und zweiten Generation eine Haltebewilligung und verbietet ihre Zucht. Der amerikanische Fachverband der Katzentierärzte (Feline VMA) rät von der Haltung der Generationen F1 bis F3 ab, weil ihr Verhalten schwer vorhersehbar ist, und lehnt das Verpaaren von Wild- und Hauskatzen ab. Erkundige dich vor dem Kauf beim Veterinäramt, was an deinem Wohnort gilt.
Pflege
Das kurze, dichte Fell ist pflegeleicht. Einmal pro Woche durchbürsten genügt, im Fellwechsel öfter. Mehr Aufmerksamkeit braucht die Fütterung: Laut Rassesektion können manche Chausies, besonders aus frühen Generationen, einen kürzeren Darm geerbt haben und reagieren dann empfindlich auf minderwertiges Futter. Empfohlen wird fleischreiches Futter, zunächst das des Züchters, und jeder Wechsel langsam.
Gesundheit
Belastbare Studien zu Erbkrankheiten oder zur Lebenserwartung der Chausie gibt es nicht, die Rasse ist dafür zu klein. Beschrieben werden Futterunverträglichkeiten und chronische Darmentzündungen bei einzelnen Tieren. Hat deine Chausie dauerhaft weichen Kot oder erbricht sie häufig, gehört das in die Tierarztpraxis. Die Feline VMA weist außerdem darauf hin, dass Tollwutimpfstoffe in den USA nicht für Hybridkatzen zugelassen sind; geimpft werden sollten sie trotzdem. Eine seriöse Zucht arbeitet mit späten Generationen, kann die Abstammung über TICA-Papiere belegen und gibt Kitten laut Rassesektion meist mit 12 bis 14 Wochen ab.
Für wen passt die Chausie?
Für erfahrene Katzenmenschen mit viel Zeit, Platz und Lust auf Training. Sie passt zu Haushalten, in denen jemand tagsüber da ist oder eine zweite aktive Katze lebt, und zu Menschen, die Futter bewusst auswählen.
Für wen eher nicht?
Für Einsteiger, für kleine Wohnungen ohne Klettermöglichkeiten und für alle, die lange außer Haus sind. Auch wer mit einer Katze rechnet, die Grenzen nie austestet, ist bei einer ruhigeren Rasse besser aufgehoben.
Wie alt deine Katze in Menschenjahren ist, zeigt der Katzenalter-Rechner. Ob eine so aktive Rasse zu deinem Alltag passt, prüfst du im Katzen-Test. Namensideen findest du bei den Katzennamen, und wenn deine Katze an die Wand soll: Katzenportraits vom eigenen Foto. Alle Rassen im Überblick gibt es auf der Seite Katzenrassen.
Häufige Fragen
Wie groß wird eine Chausie? Kätzinnen wiegen laut TICA-Rassesektion etwa 3,5 bis 6 kg, Kater etwa 5 bis 7,5 kg. Durch die langen Beine wirkt sie größer, als sie ist.
Ist die Chausie eine Wildkatze? Nein, späte Generationen sind Hauskatzen; die TICA führt sie seit 2013 als Championrasse ohne Einkreuzung. Frühe Generationen gelten dagegen als Wildtierhybride und sind in manchen Ländern genehmigungspflichtig.
Kann man eine Chausie in der Wohnung halten? Ja, wenn die Wohnung viele Klettermöglichkeiten hat und jemand täglich mit ihr spielt und trainiert. Ein gesicherter Balkon hilft.
Was frisst eine Chausie? Fleischreiches, hochwertiges Futter. Manche Chausies reagieren empfindlich auf minderwertiges Futter, daher Futterwechsel langsam angehen.
Weiterlesen
Quellen, abgerufen am 05.11.2026: TICA-Rassestandard Chausie (Chausie Breed Section); Chausie Breed Section: Geschichte der Rasse; Chausie Breed Section: Häufige Fragen (Gewicht, Fütterung, Wesen); Feline Veterinary Medical Association: 2025 Hybrid Cats Position Statement; BLV Schweiz: Fachinformation Einschränkungen bei Haltung und Zucht von Wildtierhybriden (2016); Wikipedia: Chausie (ergänzend).
