Sie liegt auf der Fensterbank wie ein Kissen, das jemand dort vergessen hat: runder Kopf, breite Brust, eine üppige Halskrause. Erst wenn du dich setzt, kommt sie herüber und lässt sich neben dir nieder. Auf deinen Schoß springt sie selten, sie wartet lieber, bis du sie einlädst.
| Anerkennung | FIFe (Rassecode BLH, anerkannt seit 2017), WCF (BLH), TICA, GCCF; laut WCF-Liste nicht von der CFA anerkannt |
|---|---|
| Ursprungsland | Großbritannien |
| Gewicht | im FIFe-Standard nicht festgelegt, Größe dort „groß bis mittelgroß“ |
| Lebenserwartung | 9,6 Jahre bei Geburt (95-%-Konfidenzintervall 8,7 bis 10,4) für die Gruppe „British“ in einer britischen Auswertung von Praxisdaten mit 194 verstorbenen Katzen; in dieser Gruppe sind Britisch Kurzhaar, British Blue und Britisch Langhaar zusammengefasst (Teng et al. 2024). Ein Durchschnitt, keine Prognose |
| Fell | halblang, doppelt, mitteldicht, mit vom Körper abstehender Unterwolle und gut entwickelter Halskrause; Textur fest, nicht wollig |
| Farben laut Standard | dieselbe große Farbpalette wie bei der Britisch Kurzhaar, von Blau und Schwarz über Tabby, Silber und Golden bis Bicolour und Pointzeichnung; bei Kitten entwickelt sich die Farbe langsamer |
| Aktivität | eher ruhig, spielt gern in kurzen Einheiten (redaktionelle Einschätzung) |
Herkunft
Die Britisch Langhaar ist kein neuer Einfall, sondern ein Nebenprodukt der Geschichte der Britisch Kurzhaar. Laut FIFe wurden die Briten im 20. Jahrhundert mit Persern gekreuzt, und daraus entstand die genetische Grundlage für eine langhaarige Variante. Lange liefen diese Tiere in der Kurzhaarzucht einfach mit. Erst als Züchter sie gezielt als eigene Rasse entwickelten, erkannte die FIFe die Britisch Langhaar 2017 an.
Wesen
Die FIFe beschreibt beide Varianten gemeinsam: ruhig, liebevoll und unkompliziert, gut mit Kindern und anderen Haustieren. Briten sind nicht sehr gesprächig, Zufriedenheit zeigen sie eher durch Schnurren. Sie kommen länger allein zurecht als viele andere Rassen, suchen aber trotzdem die Nähe ihrer Menschen, gern zum gemeinsamen Nickerchen. Im Alltag erlebst du eine Katze, die zuschaut, statt sich überall einzumischen.
Haltung und Beschäftigung
Als Wohnungskatze ist sie gut geeignet. Wichtig sind breite, stabile Liegeflächen und ein standfester Kratzbaum, denn Briten sind kräftig gebaut und klettern weniger als zierliche Rassen. Damit sie nicht träge wird, gehören tägliche kurze Spielrunden dazu: Federangel, Bällchen, ein Fummelbrett für einen Teil des Futters. Wenn du lange arbeitest, ist eine ruhige, verträgliche Zweitkatze eine gute Gesellschaft. Wie das Zusammenführen gelingt, steht im Ratgeber Zweitkatze zusammenführen.
Pflege
Hier unterscheidet sie sich am deutlichsten von der Kurzhaar. Das halblange Fell mit Unterwolle und Halskrause solltest du ein- bis zweimal pro Woche gründlich kämmen, im Fellwechsel häufiger. Knoten bilden sich zuerst hinter den Ohren, an den Hosen der Hinterbeine und unter den Achseln. Was du im Herbst beachten solltest, liest du im Beitrag Fellwechsel im Herbst.
Gesundheit
Eigene Studien zur Britisch Langhaar gibt es kaum. Weil sie aus denselben Linien stammt wie die Britisch Kurzhaar, sind deren bekannte Themen auch für dich relevant. Die Tierschutzorganisation UFAW (heute Science for Animal Welfare) nennt für die Britisch Kurzhaar die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), eine Verdickung des Herzmuskels, und die seltenere erbliche Gerinnungsstörung Hämophilie B. Außerdem tragen viele Britisch Kurzhaar die Blutgruppe B: In einer Übersichtsarbeit waren es 36 Prozent (Silvestre-Ferreira und Pastor 2010). Das ist wichtig für die Zucht und für Bluttransfusionen. Frag beim Züchter nach Herzultraschallbefunden der Elterntiere und nach der Blutgruppe deines Kittens.
Für wen passt die Britisch Langhaar?
Für ruhige Haushalte, Familien und Ersthalter, die eine freundliche, ausgeglichene Katze suchen und gern regelmäßig kämmen.
Für wen eher nicht?
Für alle, die keine Zeit für Fellpflege haben oder eine sehr aktive, verspielte Katze suchen. Wer Katzenhaare auf Sofa und Kleidung grundsätzlich nicht mag, sollte sich die Entscheidung gut überlegen.
Wie alt deine Britisch Langhaar in Menschenjahren ist, zeigt der Katzenalter-Rechner. Ob die Rasse zu dir passt, prüfst du im Katzen-Test. Namensideen findest du bei unseren Katzennamen. Und wenn du deine Katze an der Wand haben möchtest: Katzenportraits vom eigenen Foto.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Britisch Kurzhaar und Britisch Langhaar? Körperbau und Wesen sind laut FIFe gleich, nur das Fell unterscheidet sich: Die Langhaar hat halblanges, doppeltes Fell mit Halskrause, die Kurzhaar kurzes, dichtes Plüschfell.
Seit wann gibt es die Britisch Langhaar als Rasse? Die FIFe erkennt sie seit 2017 an. Langhaarige Briten entstanden aber schon im 20. Jahrhundert durch Einkreuzungen von Persern.
Wie alt wird eine Britisch Langhaar? Eigene Zahlen gibt es kaum. In einer britischen Studie lag die Lebenserwartung bei Geburt für die Gruppe „British“, zu der auch die Langhaar zählt, bei 9,6 Jahren (Teng et al. 2024).
Wie oft muss man eine Britisch Langhaar kämmen? Ein- bis zweimal pro Woche gründlich, im Fellwechsel öfter. Achte besonders auf die Stellen hinter den Ohren und an den Hinterbeinen.
Weiterlesen
- Britisch Kurzhaar: Steckbrief und Haltung
- Perser: Steckbrief und Haltung
- Deutsch Langhaar: Steckbrief und Haltung
Quellen, abgerufen am 05.11.2026: FIFe: Breed Profile British Longhair/Shorthair; FIFe: Standard British Longhair/Shorthair (BLH/BSH), Fassung 01.07.2026; FIFe: Liste der anerkannten Rassen; WCF: EMS-Code-Liste mit Anerkennung je Verband (Stand 01.11.2026); Teng KT, Brodbelt DC, Church DB, O'Neill DG: Life tables of annual life expectancy and risk factors for mortality in cats in the UK, Journal of Feline Medicine and Surgery 2024; Science for Animal Welfare (UFAW): British Shorthair, Hypertrophic Cardiomyopathy; Science for Animal Welfare (UFAW): British Shorthair, Haemophilia B; Silvestre-Ferreira AC, Pastor J: Feline Neonatal Isoerythrolysis and the Importance of Feline Blood Types, Veterinary Medicine International 2010.
