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Magyar Agár (Ungarischer Windhund)

Titelgrafik Hunderassen-Lexikon: Magyar Agár

Schädelknochen aus Ausgrabungen belegen laut FCI-Standard, dass dieser Windhund schon zur Zeit der Landnahme mit den Magyaren unterwegs war. Der Magyar Agár ist kräftiger gebaut als viele seiner Verwandten und abgehärtet gegen Wetter und Strapazen. Auf manchen Strecken, so steht es selbstbewusst im Standard, läuft er sogar schneller als der Greyhound.

FCI Gruppe 10 (Windhunde), Sektion 3 Kurzhaarige Windhunde, Standard Nr. 240, ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland Ungarn
Größe (Widerrist) ideal Rüden 65 bis 70 cm, Hündinnen 62 bis 67 cm; die Harmonie der Proportionen zählt mehr als die Zentimeter
Gewicht im FCI-Standard nicht festgelegt
Lebenserwartung keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V)
Fell kurz, dicht, rau und glatt anliegend; im Winter kann sich viel dichte Unterwolle bilden
Farben laut Standard alle bekannten Windhundfarben und Farbkombinationen außer Blau, Blau-Weiß, Braun, Wolfsgrau, Schwarz mit Loh und Dreifarbigkeit

Seit der Landnahme in Ungarn

Der Standard nennt ihn eine urtümliche Jagdhunderasse, deren Ursprung bis zur Eroberung des Landes durch die Magyaren zurückreicht. Im 19. Jahrhundert wurde er mit verschiedenen Windhunden gekreuzt, um ihn schneller zu machen. Endgültig anerkannt ist er bei der FCI seit 1963.

Kraft unter dem kurzen Haar

Seine Erscheinung strahlt laut Standard Kraft aus, Knochen und Muskeln sind gut entwickelt, der Brustkorb ist tief und stark gewölbt, um Lunge und Herz Raum zu geben. Die Ohren trägt er als Rosenohr am Hals, bei Aufmerksamkeit richtet er sie auf. Zum Vergleich lohnt ein Blick auf den Greyhound, an dem ihn sein Standard beim Tempo selbst misst.

Wachsam, aber nicht bissig

Unermüdlich, ausdauernd, schnell, abgehärtet und widerstandsfähig: So beginnt die Beschreibung seines Wesens. Er sei zurückhaltend, aber nicht scheu, verständig, intelligent und treu. Sein Instinkt, Menschen sowie Haus und Hof zu schützen, ist ausgeprägt, ohne dass er dadurch aggressiv oder bissig wird. Der Standard nennt ihn ausdrücklich einen sehr guten Begleithund und treuen Wächter.

Ausdauer für die lange Strecke

Bahnrennen und Coursing liegen ihm laut Standard besonders, und zwar vor allem auf längeren Distanzen. Er jagt auf Sicht, sein Geruchssinn ist aber beachtlich: Suchspiele mit der Nase sind daher eine gute Ergänzung zum Rennen. Tägliche lange Runden braucht er trotzdem, frei laufen sollte er wegen des Jagdtriebs nur dort, wo kein Wild unterwegs ist.

Fellpflege im Rhythmus der Jahreszeiten

Das kurze, raue Haar ist pflegeleicht. Bildet sich im Winter die dichte Unterwolle, von der der Standard spricht, geht sie im Frühjahr wieder heraus; dann hilft regelmäßiges Bürsten mit einem Gummistriegel.

Kaum Studien, ein paar Hinweise

Studien mit Krankheitszahlen zum Magyar Agár fanden sich nicht, auch die britische Langlebigkeitsauswertung von McMillan und Kollegen führt ihn nur in ihrer Namensliste. Eine ungarische Arbeit hat für 22 gesunde Hunde der Rasse Normalwerte im Herzultraschall erhoben, die Herzmaße hingen dabei vom Körpergewicht ab (Vörös et al. 2009). Der Standard schließt Hunde mit Entropium oder Ektropium, also nach innen oder außen gerollten Lidern, von der Zucht aus.

Für wen er sich eignet

Er passt zu aktiven Menschen und Familien, die einen robusten, treuen Begleiter mit Wachinstinkt suchen und Zeit für Ausdauer und Rennen haben. Weniger gut ist er aufgehoben bei Menschen ohne sichere Auslaufflächen, in Haushalten mit Kleintieren und bei allen, die keinen wachsamen Hund möchten. Dafür schenkt er dir Ausdauer und Treue für viele gemeinsame Kilometer.

Titelgrafik Hunderassen-Lexikon: Magyar Agár

Ob ein ausdauernder Windhund mit Wächterader zu dir passt, zeigt dir der Rasse-Test; ausführlich hilft unser Buch „Welcher Hund passt WIRKLICH zu dir?“. Wer einen Welpen erwartet, bekommt das kostenlose Welpen-Startpaket. Deinen Agár kannst du dir als Poster im Holzrahmen holen oder bei den Hundeportraits stöbern.

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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 240 Magyar Agár (fci.be, deutsche und englische Fassung vom 13.09.2000, gültiger Originalstandard vom 06.04.2000, Originalsprache Deutsch); Vörös K et al., M-mode and two-dimensional echocardiographic reference values for three Hungarian dog breeds: Hungarian Vizsla, Mudi and Hungarian Greyhound, Acta Veterinaria Hungarica 2009; McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024 (Rasse nur in der Namensliste, nicht ausgewertet).

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