Am 12. Oktober 1958 kam ein Rüde mit auffälligen Fransen an Ohren und Läufen zur Welt, obwohl beide Eltern glatthaarig waren. Die Züchter behielten die Besonderheit bei, erzählt der FCI-Standard, und so begann die langhaarige Varietät des Russischen Toy. Heute gilt für beide Fellformen eine Obergrenze von drei Kilo, und genau diese Winzigkeit macht die Rasse zu einem Fall für die Qualzucht-Diskussion.
| FCI | Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 9 Kontinentaler Zwergspaniel und Russischer Zwerghund, Standard Nr. 352, ohne Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Russland |
| Größe (Widerrist) | Rüden und Hündinnen 22 bis 27 cm, bevorzugt 25 cm |
| Gewicht | Rüden und Hündinnen bis 3 kg, bevorzugt 2,3 kg |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | Glatthaar kurz, anliegend, glänzend, ohne Unterwolle; Langhaar 3 bis 5 cm mit Ohrfransen und Befederung an Läufen und Rute |
| Farben laut Standard | Schwarz, Braun, Blau oder Isabell jeweils mit Loh, Rot mit Schwarz, Blau, Braun oder Isabell, Rot, Falb, Cremefarben |
Vom Toy Terrier zur eigenen Rasse
Anfang des 20. Jahrhunderts war der English Toy Terrier in Russland sehr beliebt. Zwischen 1920 und 1950 wurden kaum noch reinrassige Tiere gezüchtet, in den 1950er Jahren begann die Zucht neu, oft mit Hunden ohne Ahnentafel, und der Standard wich bald deutlich vom englischen ab.
Drei Kilo als Zuchtziel
Der Standard beschreibt einen Hund von 22 bis 27 cm Widerristhöhe und bis zu 3 kg Gewicht, bevorzugt 2,3 kg. Unter 1,5 kg oder über 3 kg wird ein Russischer Toy disqualifiziert. Das Zuchtziel ist bewusst winzig, und je kleiner ein Hund gezüchtet wird, desto weniger Spielraum haben Knochen, Schädel und Organe.
Offene Fontanelle und feine Knochen
Eine offene Fontanelle, die Lücke in der Schädeldecke, führt der Standard erst bei Hunden über neun Monaten als disqualifizierenden Fehler auf. In einer Klinikstudie zu Brüchen von Elle und Speiche bei 17 Hunden bis 3,5 kg war auch ein Russischer Toy dabei (Manchi et al. 2017). Rampen statt Sprüngen aus der Höhe schützen die feinen Knochen.
Lebershunt: ein auffälliger Befund
Eine Moskauer Tierklinik untersuchte 84 Hunde mit angeborenem Lebershunt, einer Fehlverbindung der Blutgefäße an der Leber. Sechs davon waren Russische Toys, fünf allein unter den zwölf Hunden mit einer Verbindung zwischen Milzvene und Zwerchfellvene (El-Sebaey et al. 2020). Die Häufigkeit in der Rasse bleibt offen. Eine Zahl zur Lebensdauer fehlt, die Auswertung von McMillan und Kollegen enthält die Rasse nicht.
Neugierig auf die Welt draußen
Lebhaft, fröhlich, weder ängstlich noch aggressiv: So beschreibt ihn der Standard. Er braucht Schnüffelrunden und kleine Lernaufgaben, Tragen ersetzt das Laufen nicht.
Bürste, Zahnbürste, ganze Rute
Beim Glatthaar reicht ein weiches Tuch, die Ohrfransen der Langhaarigen kämmst du regelmäßig durch. Wichtig ist die Zahnpflege, schon fehlende Schneidezähne wertet der Standard als Fehler. Der Standard erlaubt das Kupieren der Rute, in Deutschland ist es nach § 6 Tierschutzgesetz grundsätzlich verboten.
Wenn du ihn trotzdem willst
Frag den Züchter nach Gewicht und Größe der Elterntiere und nach Erkrankungen bei Eltern und Wurfgeschwistern. Hunde im oberen Bereich des Standards sind die bessere Wahl als besonders kleine Tiere.
Für wen er passt, für wen nicht
Er passt zu Erwachsenen, die einen sehr kleinen Begleiter ruhig führen und Tierarztkosten einplanen. Weniger geeignet ist er für Familien mit Kleinkindern.
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Quellen, abgerufen am 21.10.2026: FCI-Standard Nr. 352 Russkiy Toy (fci.be, deutsche Fassung vom 05.12.2017, gültig publiziert 07.11.2017); Manchi G et al., Radial and ulnar fracture treatment with paraosseous clamp-cerclage stabilisation technique in 17 toy breed dogs, Vet Rec Open 2017; El-Sebaey AM et al., Clinical Characteristics, Serum Biochemical Changes, and Expression Profile of Serum Cfa-miRNAs in Dogs Confirmed to Have Congenital Portosystemic Shunts Accompanied by Liver Pathologies, Vet Sci 2020; McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024 (Rasse nicht ausgewertet); Tierschutzgesetz § 6 (gesetze-im-internet.de)
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