15,2 Jahre: So alt wurden Tibet-Spaniels im Median in einer britischen Auswertung von über einer halben Million Hunden, Mischlinge kamen dort auf 12,0 Jahre. Wer sich für diesen kleinen Hund mit Mähne entscheidet, plant also für eine lange gemeinsame Zeit.
| FCI | Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 5 Tibetische Hunderassen, Standard Nr. 231, ohne Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Tibet (China), Patronat Großbritannien |
| Größe (Widerrist) | etwa 25,4 cm |
| Gewicht | ideal 4,1 bis 6,8 kg |
| Lebenserwartung | Median 15,2 Jahre in einer britischen Auswertung von 584.734 Hunden (McMillan et al. 2024) |
| Fell | Deckhaar seidig, im Gesicht und vorn an den Läufen glatt, am Körper mäßig lang und eher flach; Unterwolle fein und dicht; Mähne am Hals |
| Farben laut Standard | alle Farben und Farbmischungen, außer Merle |
Ein Spaniel, der nie gejagt hat
Trotz des Namens führt ihn die FCI als Gesellschafts- und Begleithund, gemeinsam mit dem Tibet-Terrier und dem Lhasa Apso in der Sektion der tibetischen Rassen. Der Standard nennt Tibet als Ursprung und Großbritannien als Patenland, einen Geschichtsabriss enthält er nicht. Er beschreibt einen kleinen, aktiven, aufmerksamen Hund, etwas länger als hoch, mit stolz getragenem Kopf.
Fröhlich, wachsam, mit eigener Meinung
Fröhlich und selbstbewusst, sehr intelligent, Fremden gegenüber reserviert, wachsam, treu, aber unabhängig: So steht es im Standard. Er meldet Besuch zuverlässig und gehorcht nicht aus Prinzip. Mit freundlicher Konsequenz und kurzen Übungen lernt er gern, Druck bringt bei ihm wenig.
Flinke Beine, kleine Ansprüche
Sein Gang soll schnell, gerade und frei sein. Tägliche Runden, Schnüffelspiele und kleine Tricks halten ihn zufrieden, Hundesport im Kleinformat macht vielen Spaß. Ein Wanderhund für ganze Tage ist er nicht, ein Sofahund ohne Programm aber auch nicht.
Mähne, Schal und Befederung
Am Hals trägt er laut Standard eine Mähne oder einen „Schal“ aus längerem Haar, bei Rüden ausgeprägter. Ohren, Läufe, Rute und Hinterteil sind befedert, zwischen den Zehen wächst Haar oft über die Pfoten hinaus. Ein- bis zweimal pro Woche bürsten, das Haar unter den Ballen kurz halten, mehr braucht das Fell meist nicht.
Netzhaut und Zahnzysten
Für eine Form der progressiven Retinaatrophie, die zur Erblindung führt, fanden britische Forscher eine Mutation im Gen FAM161A (Downs und Mellersh 2014). Sie erklärte 22 von 35 untersuchten Fällen; 15 Prozent der gesunden Kontrollhunde trugen sie. Ein unauffälliger Gentest schließt PRA also nicht völlig aus. In einer finnischen Zahnklinik hatten 58 von 105 behandelten Tibet-Spaniels eine Zyste um einen nicht durchgebrochenen Zahn, meist den ersten Prämolaren im Unterkiefer (Vesterinen et al. 2024). Fehlt beim Junghund ein Zahn, sprich den Tierarzt auf ein Röntgenbild an.
Ein guter Partner für dich, wenn
du einen kleinen, wachen Hund suchst, der gern mitläuft und sich zu Hause zurücknimmt. Auch für Einsteiger mit Geduld und für Familien mit rücksichtsvollen Kindern passt er gut.
Weniger geeignet, wenn
dich bellende Türwächter stören, du blinden Gehorsam erwartest oder einen Hund suchst, der gern bei Fremden auf dem Schoß sitzt.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 231 Tibetan Spaniel (fci.be, englische Fassung vom 06.10.2026; eine deutsche Fassung ist nicht veröffentlicht); Downs LM, Mellersh CS, An intronic SINE insertion in FAM161A that causes exon-skipping is associated with progressive retinal atrophy in Tibetan Spaniels and Tibetan Terriers, PLOS ONE 2014; Vesterinen S et al., Clinical and histopathological study of 279 dentigerous cysts in 192 dogs (2012 to 2022), Frontiers in Veterinary Science 2024; McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024.
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