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Berber

Grauer Berberhengst mit langer Mähne und leicht gebogener Nasenlinie

In seiner Heimat wird der Berber bis heute bei der Fantasia geritten, einem traditionellen Reiterspiel, und zur Jagd. Bei uns trifft man ihn eher auf dem Wanderritt: ein kompaktes Pferd mit langer Mähne, tief angesetztem Schweif und kleinen, harten Hufen. Gezüchtet wird er auf Genügsamkeit und Nervenstärke.

Typ Reitpferd nordafrikanischen Typs
Herkunft Algerien, Marokko, Tunesien
Zuchtverband in Deutschland Filialzuchtbuch beim Rheinischen Pferdestammbuch e.V.; Ursprungszuchtbuch bei der Organisation Mondiale du Cheval Barbe (OMCB) in Algier
Stockmaß laut Zuchtprogramm ca. 148 bis 158 cm
Farben alle
Verwendung Distanz-, Gelände- und Wanderritte, leichte Kutsche, je nach Modell klassische, Western- oder Sportdressur

Herkunft und Geschichte

Der Berber stammt von der nordafrikanischen Küste, dem Maghreb. Während der maurischen Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel vom 8. bis zum 15. Jahrhundert wurden Pferde immer wieder zwischen Nordafrika und Spanien ausgetauscht, schreibt Mad Barn; so floss Berberblut auch in spanische Pferde. Später verdrängten Araber-Berber-Kreuzungen den reinen Berber in seiner Heimat teilweise, und ab 1965 dezimierte die Afrikanische Pferdepest die Bestände. Mad Barn nennt heute rund 5.500 nordafrikanische Berber im Maghreb.

Das Ursprungszuchtbuch führt die OMCB mit Sitz in Algier. Das Rheinische Pferdestammbuch betreut ein Filialzuchtbuch für Deutschland und Belgien; Anfang 2024 waren dort 32 Stuten und 14 Hengste eingetragen.

Exterieur

Das Zuchtprogramm beschreibt einen recht kräftigen, edlen, trockenen Kopf mit geradem bis leicht konvexem Profil und mandelförmigen Augen, einen eleganten, eher breiten Hals mit langer Mähne und einen quadratischen, aufgerichteten Körper mit kurzem Rücken und abfallender Kruppe. Der Schweif ist tief angesetzt und füllig. Die Hufe sind klein und hart, Fesselbehang ist nicht erwünscht, und der Röhrbeinumfang soll mindestens 18 cm betragen. Das Stockmaß liegt etwa zwischen 148 und 158 cm; alle Farben sind zugelassen.

Eingekreuzte Araber sind im Rahmen des Zuchtprogramms möglich, der Berberanteil soll sich aber durchsetzen.

Charakter (Interieur)

Gezüchtet wird laut Rheinischem Pferdestammbuch ein genügsames, ausdauerndes, umgängliches und gutartiges Pferd mit freundlichem Wesen, das nervenstark, ausgeglichen, mutig und intelligent ist und von Natur aus sehr menschenbezogen. Das klingt nach einem Wunschzettel, beschreibt aber, worauf bei der Zuchtauswahl tatsächlich geachtet wird: Interieur ist neben der Gesundheit ein eigenes Selektionsmerkmal.

Haltung und Fütterung

Genügsamkeit ist Teil des Zuchtziels. Mad Barn nennt Übergewicht, Stoffwechselstörungen und Hufrehe unter den Gesundheitsthemen der Rasse. Für den Alltag heißt das: gutes Heu, Mineralfutter und viel Bewegung statt fetter Weide und reichlich Kraftfutter. Ein Offenstall mit Gruppe und Platz zum Laufen passt besser als die Einzelbox.

Gesundheit

Der Berber gilt laut Mad Barn als relativ gesunde Rasse. Eine Untersuchung im Nahen Osten und in Nordafrika, die Mad Barn zitiert, fand Unterschiede zwischen Arabern, Araber-Berbern und Berbern: Reine Berber scheinen die Erbkrankheiten der Araber nicht zu tragen, bei Pferden mit Araberanteil können Cerebelläre Abiotrophie (CA) und SCID aber vorkommen. Hat dein Berber Araber in der Abstammung, frag nach Gentests der Eltern.

Als weitere Themen nennt Mad Barn Osteochondrose, Magengeschwüre und Gelenkverschleiß. Das Zuchtprogramm selektiert ausdrücklich auch auf Gesundheit und Interieur.

Für wen passt der Berber?

Für Wander- und Distanzreiter, die ein ausdauerndes, trittsicheres Pferd suchen, und für Menschen, die ein menschenbezogenes, nervenstarkes Freizeitpferd möchten. Je nach Modell macht er auch in der klassischen Dressur oder beim Westernreiten Freude.

Für wen eher nicht?

Für Reiter, die ein großes Sportpferd mit langer Galoppade für Springen oder Turnierdressur suchen. Und für alle, die einen leichtfuttrigen Typ auf einer fetten Weide halten müssten.

Weiterführend: Bevor du dich festlegst, geh die Checkliste zum Pferdekauf durch und rechne mit dem Pferdekosten-Rechner nach, was Stall, Futter, Hufschmied und Tierarzt im Monat ausmachen. Für den Namen gibt es unsere Pferdenamen, für die Wand ein Pferdeportrait vom eigenen Foto. Weitere Rassen findest du in der Übersicht Pferderassen von A bis Z.

Häufige Fragen

Wie groß wird ein Berber? Das Zuchtprogramm nennt ein Stockmaß von ca. 148 bis 158 cm.

Woher kommt das Berberpferd? Aus Nordafrika, aus Algerien, Marokko und Tunesien. Das Ursprungszuchtbuch führt die OMCB in Algier.

Ist ein Berber ein Araber? Nein. Berber und Araber sind eigene Rassen. Im Zuchtprogramm sind Araber als Einkreuzung möglich, der Berberanteil soll aber überwiegen.

Wofür eignet sich ein Berber? Für Distanz-, Gelände- und Wanderritte, leichte Kutsche und je nach Modell für klassische, Western- oder Sportdressur.

Weiterlesen

Quellen, abgerufen am 05.11.2026: Rheinisches Pferdestammbuch e.V.: Zuchtprogramm Berberpferd (Stand 02/2025); Mad Barn: Barb Horse Breed Profile.

Η ομάδα του Print My Pet

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