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Welpe stubenrein bekommen: Der Plan für die ersten 4 Wochen

Welpe im Garten neben den Füßen seines Menschen

Es ist die erste Frage, die fast jeder neue Welpenbesitzer stellt, oft schon am zweiten Abend, mit Küchenrolle in der Hand: Wann wird er endlich stubenrein? Die ehrliche Antwort: Meist nach drei bis sechs Wochen konsequenter Arbeit, wirklich sicher ab dem vierten bis sechsten Lebensmonat, wenn die Blase mitwachsen konnte. Die gute Nachricht: Stubenreinheit ist keine Frage der Intelligenz, sondern der Uhr. Wer die Uhr im Griff hat, hat den Welpen im Griff.

Was im Welpen passiert

Ein Welpe mit acht Wochen kann seine Blase etwa zwei Stunden halten, und das nur im Schlaf. Wach, spielend, fressend: deutlich weniger. Er spürt den Druck erst, wenn es fast zu spät ist, und er hat noch kein Konzept davon, dass drinnen und draußen ein Unterschied sind. Beides kommt mit der Zeit und mit Wiederholung. Deine Aufgabe ist nicht, ihm das Lösen zu verbieten, sondern ihm so viele Gelegenheiten draußen zu geben, dass drinnen gar nichts übrig bleibt.

Der Plan

1. Die festen Zeiten

Raus nach jedem Aufwachen, auch nach dem Nickerchen. Raus nach jedem Fressen, innerhalb von zehn Minuten. Raus nach jedem Spielen. Raus vor dem Schlafen. Und dazwischen alle anderthalb bis zwei Stunden, egal ob er müssen wirkt oder nicht. In den ersten zwei Wochen sind das zehn bis zwölf Gänge am Tag. Ja, wirklich. Es ist die Investition, die sich am schnellsten auszahlt.

2. Der eine Platz

Immer dieselbe Stelle, am besten Wiese, nicht Gehweg. Dort wartest du, ohne zu spielen, ohne zu reden, bis er sich löst. Der Geruch der eigenen Stelle ist für ihn ein Signal, das nach ein paar Tagen von selbst wirkt.

3. Das Lob im richtigen Moment

Der Moment ist während des Lösens oder direkt danach, noch draußen, an Ort und Stelle. Ein ruhiges „Fein“ und ein Leckerli aus der Tasche. Nicht erst in der Wohnung: Dann glaubt er, er wird fürs Reinkommen belohnt, und beeilt sich beim nächsten Mal mit dem Lösen, damit er schneller rein darf. Ein Wort dazu, immer dasselbe („Mach“, „Pipi“), und in ein paar Wochen löst er sich auf Signal, was auf Reisen Gold wert ist.

4. Nachts

Die ersten zwei bis drei Wochen: Wecker stellen, ein- bis zweimal in der Nacht raus, ohne Spiel, ohne Licht-Zirkus, danach zurück in die Box oder auf die Decke neben deinem Bett. Ein Welpe, der neben dir schläft, meldet sich, wenn er muss. Einer, der allein in der Küche liegt, macht auf die Fliesen. Nach zwei bis drei Wochen halten die meisten sechs Stunden durch.

5. Drinnen beobachten

Die Zeichen kommen immer: Schnüffeln am Boden, im Kreis drehen, plötzlich abwesend werden, zur Tür laufen. Dann sofort hoch und raus, auch mitten im Spiel. In der Anfangszeit hilft es, den Welpen in Sichtweite zu halten: Türen zu, Welpengitter, oder eine kurze Hausleine am Geschirr, mit der er nicht unbemerkt verschwinden kann.

Wenn es doch passiert

Es passiert. Und dann gilt: Kein Wort. Nicht schimpfen, nicht die Nase reinstecken, nicht „Nein“. Er versteht nicht, dass die Pfütze das Problem ist. Er versteht nur, dass du unberechenbar bist, wenn er sich löst, und macht es beim nächsten Mal heimlich hinter dem Sofa. Wenn du ihn dabei erwischst: ruhig hochnehmen, raustragen, dort loben, wenn er fertig macht. Die Stelle drinnen mit Enzymreiniger säubern, nicht mit Essig oder Ammoniak, das riecht für ihn nach Urin und markiert die Stelle als Toilette.

Häufige Fehler

  • Welpenpads in der Wohnung. Sie bringen ihm bei, dass drinnen okay ist. Nur für Hochhaus-Notfälle, und dann so schnell wie möglich abschaffen.
  • Zu lange Spaziergänge fürs Lösen. Er soll sich lösen, nicht die Welt erkunden. Erst Geschäft, dann Abenteuer.
  • Wasser wegnehmen. Nie. Ein Welpe braucht immer Zugang zu Wasser. Nur abends nach 20 Uhr nicht mehr nachfüllen.
  • Erwartung nach einer Woche. Einmal trocken heißt nicht fertig. Erst wenn vier Wochen nichts passiert ist, kannst du die Intervalle lockern.
  • Aufregungspinkeln als Fehler werten. Wenn er bei Begrüßung tröpfelt, ist das kein Stubenreinheitsproblem, sondern Erregung. Begrüßung ruhiger gestalten, wächst sich aus.

Wann zum Tierarzt

Wenn ein Welpe, der drei Wochen trocken war, plötzlich wieder in die Wohnung macht, häufig kleine Mengen absetzt oder beim Pinkeln jammert: Blasenentzündung ausschließen lassen, das ist bei Welpen häufig und schnell behandelt.

Ein Gedanke zum Schluss

Die Stubenreinheitsphase ist kurz, auch wenn sie sich mit der Küchenrolle in der Hand lang anfühlt. In drei Monaten wirst du dich kaum daran erinnern. Was bleibt, ist ein Hund, der gelernt hat, dass du berechenbar bist und ihm hilfst, statt ihn zu bestrafen. Das ist die Grundlage für alles, was danach kommt.

Das Print My Pet Team

Wir leben mit Hunden, Katzen und einem alten Haflinger. Was wir schreiben, haben wir selbst durchgemacht.

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