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Beagle: Charakter, Haltung & ehrlicher Reality-Check

Beagle schnüffelt im hohen Gras

Snoopy hat der Rasse einen Ruf beschert, den sie nur halb verdient: gemütlich, verspielt, ein bisschen philosophisch. Der echte Beagle ist tatsächlich fröhlich und verspielt. Aber er ist vor allem eines: ein Laufhund, der in der Meute gejagt hat, stundenlang, mit der Nase am Boden, ohne einen Menschen zu fragen. Wer einen Beagle nimmt, nimmt eine Nase mit Hund dran. Und er nimmt einen Hund, der nie, wirklich nie, satt ist.

Steckbrief

  • Herkunft: England, seit dem 16. Jahrhundert als Meutehund für die Hasenjagd
  • Größe: 33 bis 40 cm
  • Gewicht: 10 bis 14 kg, oft deutlich mehr, und das ist das Problem
  • Lebenserwartung: 12 bis 15 Jahre
  • Fell: Kurz, dicht, wetterfest, meist dreifarbig (Tricolour) oder rot-weiß
  • Charakter: Fröhlich, sozial, gutmütig, stur, jagdlich, verfressen

Charakter: Jeder ist ein Freund, jedes Krümel eine Mahlzeit

Der Beagle liebt Menschen, Kinder, Hunde, Besuch, Fremde. Aggression ist ihm fremd, Wachtrieb praktisch nicht vorhanden. Er ist ein Rudeltier durch und durch und leidet, wenn er allein ist. Als Meutehund wurde er nicht auf Gehorsam gezüchtet, sondern auf Ausdauer und Eigenständigkeit. Das merkt man: Der Beagle hört zu, wägt ab und entscheidet dann selbst, ob sich Kommen gerade lohnt.

Und dann ist da die Nase. 220 Millionen Riechzellen gegenüber 5 Millionen beim Menschen. Wenn ein Beagle eine Spur hat, schaltet der Rest des Gehirns ab. Das ist nicht Ungehorsam, das ist Biologie.

Der ehrliche Reality-Check

1. Der Rückruf ist sein Lebensthema

Ein Beagle im Freilauf ohne jahrelanges Training ist ein Beagle, der drei Kilometer weiter im Wald steht. Schleppleine ab dem ersten Tag, Rückruftraining mit Jackpot-Belohnungen, Anti-Jagd-Training mit einem Trainer, der die Rasse kennt. Viele Beagles laufen ihr Leben lang an der langen Leine, und das ist kein Versagen, sondern Verantwortung.

2. Er frisst, bis er platzt, und dann noch

Beagles haben keine Sättigungsbremse. Sie klauen vom Tisch, aus dem Müll, aus Kindertaschen. Übergewicht ist bei dieser Rasse die Regel, mit allem, was daran hängt: Gelenke, Bandscheiben, Herz. Futter abwiegen, Leckerli von der Tagesration abziehen, Tisch und Müll beaglesicher. Ein schlanker Beagle ist ein seltener Anblick und ein gesunder Hund.

3. Die Stimme

Der Beagle bellt nicht, er gibt Laut: ein heulendes, langgezogenes Jaulen, mit dem Meutehunde den Reitern ihre Position zeigten. Auf einer Wildspur, beim Alleinsein oder aus Langeweile ist das im Mehrfamilienhaus ein Problem. Auslastung und Alleinbleib-Training helfen, ganz abstellen lässt es sich nicht.

4. Gesundheit: Epilepsie, Schilddrüse, Ohren

Idiopathische Epilepsie kommt in der Rasse vor, Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) ebenfalls, dazu Bandscheibenprobleme bei Übergewicht und die klassischen Schlappohr-Entzündungen. Wöchentliche Ohrenkontrolle, schlanke Linie, und beim Züchter nach Epilepsie in der Linie fragen. Ein gesunder Welpe kostet 1.200 bis 1.800 Euro.

5. Er ist kein Hund für acht Stunden allein

Der Meutehund braucht sein Rudel. Ein Beagle, der täglich lange allein ist, heult, zerstört oder wird apathisch. Ein zweiter Hund hilft enorm, ersetzt aber nicht den Menschen.

Haltung: Was er braucht

  • Nasenarbeit. Mantrailing, Fährtenarbeit, Suchspiele: Das ist seine Bestimmung und macht ihn müde wie nichts sonst.
  • Zwei Stunden Bewegung, an der Schleppleine mit Schnüffelzeit.
  • Ein beaglesicheres Zuhause. Mülleimer mit Deckel, Vorräte oben, Gartenzaun 1,20 m plus untergraben-sicher.
  • Gesellschaft. Familie, zweiter Hund, Hundetagesstätte.
  • Konsequenz mit Futter. Er wird betteln wie ein Profi. Bleib hart, ihm zuliebe.

Für wen passt der Beagle?

Für aktive Familien, die einen freundlichen, robusten Hund mit Kindern wollen und bereit sind, Leine und Futter im Griff zu behalten. Für Menschen, die Nasenarbeit spannend finden. Nicht für Halter, die einen gehorsamen Hund im Freilauf erwarten, nicht für Vollzeit-Berufstätige ohne Betreuung, nicht für Perfektionisten.

Häufige Fragen

Ist der Beagle ein Anfängerhund? Vom Wesen her ja, freundlich und unkompliziert. Vom Training her nein: Rückruf und Futter fordern Disziplin vom Halter.

Kann ein Beagle ohne Leine laufen? Manche nach Jahren Training in eingezäunten Bereichen. Im Wald: fast nie.

Wie viel haart er? Kurz, aber viel. Zweimal im Jahr extrem.

Und auf dem Portrait?

Die langen Ohren, die dreifarbige Zeichnung, der treuherzige Blick: Der Beagle ist das perfekte Motiv für Aquarell und für ein majestätisches Ölgemälde als Lord. Foto-Tipp: Leckerli neben der Kamera halten, dann hast du garantiert seine volle Aufmerksamkeit, und die Ohren fallen schön.

Das Print My Pet Team

Wir leben mit Hunden, Katzen und einem alten Haflinger. Was wir schreiben, haben wir selbst durchgemacht.

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