Geformt haben ihn keine Ausstellungszüchter, sondern Wildschweinjäger aus der südlichen Toskana. So steht es im FCI-Standard, und so liest sich auch seine Wesensbeschreibung: Sie handelt fast ausschließlich davon, wie er sich dem Wild nähert, es stellt und verbellt.
| FCI | Gruppe 6 (Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen), Sektion 1.2 Mittelgroße Laufhunde, Standard Nr. 361, mit Arbeitsprüfung, von der FCI vorläufig anerkannt |
|---|---|
| Ursprungsland | Italien |
| Größe (Widerrist) | Rüden 48 bis 54 cm, Hündinnen 46 bis 52 cm, plus oder minus 2 cm bei sonst vorzüglichen Hunden toleriert |
| Gewicht | Rüden 16 bis 23 kg, Hündinnen 13 bis 20 kg |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | zwei Varietäten: kurzhaarig (rau, dicht, oft mit Unterwolle) und rauhaarig (rau, etwa 3 bis 4 cm lang) |
| Farben laut Standard | falb von hell bis dunklem Loh, schwarz mit Loh, gestromt; weiße Abzeichen zulässig |
Aus einer Jägerpopulation der Maremma
Der Segugio Maremmano geht auf nicht registrierte Hunde der Maremma Toscana zurück, des südlichen Teils der Toskana. Seit den 1930er Jahren ist er dort nachweisbar, seitdem bemühten sich Liebhaber um Anerkennung. Wie verbreitet er in Italien inzwischen ist, zeigt eine Zahl aus dem Anhang einer Studie über Geburtsgewichte: 2015 trug das italienische Zuchtbuch 2923 Segugi Maremmani ein, deutlich mehr als vom verwandten Segugio dell'Appennino.
Was „vorläufig anerkannt“ bedeutet
Die FCI hat ihn im März 2018 provisorisch anerkannt. Nach ihren eigenen Angaben dürfen solche Rassen bis zur endgültigen Anerkennung kein CACIB erhalten, also keine Anwartschaft auf den internationalen Schönheitschampion. Welt- und Sektionssiegertitel können sie trotzdem erringen, und ihre Abstammungsurkunden müssen das FCI-Logo tragen.
Spezialist fürs Schwarzwild
Laut Standard hat er einen starken Jagdtrieb und ein lebhaftes Temperament. Er nähert sich dem Wild sicher und zügig, verbellt das gestellte Wild in angemessener Distanz absolut zuverlässig und verfolgt sie hartnäckig, allein oder in der Meute. Seine Stimme soll sich in den einzelnen Jagdphasen gut unterscheiden lassen. Für ein Leben ohne Jagd heißt das: tägliche lange Strecken, Nasenarbeit, gesicherte Wege.
Kurz oder rau, gern gestromt
Gestromt ist bei ihm ausdrücklich erlaubt, während der Segugio Italiano Kurzhaar dafür disqualifiziert würde. Beide Haarvarietäten sind rau im Griff und pflegeleicht, eine Bürste pro Woche genügt, beim rauen Haar im Fellwechsel etwas öfter. Der Standard beschreibt auch eine kupierte Rute, allerdings nur für Länder, in denen das nicht verboten ist. Eine natürliche Säbelrute entspricht ihm genauso.
Gesundheit und ein Risiko der Sauenjagd
Eine Lebenserwartung lässt sich nicht angeben, in der Langlebigkeitsauswertung von McMillan und Kollegen taucht die Rasse gar nicht auf. Rassetypische Krankheiten sind nicht untersucht. Ein Fallbericht aus Italien zeigt aber, was die Arbeit am Wildschwein mit sich bringen kann: Ein siebenjähriger Segugio Maremmano kam 2014 mit Wildschweinblut in Kontakt, zeigte am nächsten Tag starken Juckreiz im Gesicht und starb kurz darauf an der Aujeszkyschen Krankheit. Sprich mit deiner Tierarztpraxis über solche Infektionsrisiken, wenn dein Hund jagt.
Für die Saujagd gemacht, nicht fürs Sofa
Am richtigen Platz ist er bei Jägerinnen und Jägern, die Schwarzwild mit Laufhunden bejagen, und bei Menschen, die ländlich leben und ihm Strecke und Aufgabe geben. Wer einen gemütlichen Familienhund, einen Stadtbegleiter oder einen ersten Hund sucht, sollte die Finger von diesem toskanischen Sauhund lassen.
Ein Jagdspezialist will gut überlegt sein: Der Rasse-Test hilft dir bei der Entscheidung, „Welcher Hund passt WIRKLICH zu dir?“ geht tiefer. Wenn ein Welpe einzieht, ist das Welpen-Startpaket ein guter Begleiter. Für gestromte oder lohfarbene Hunde lohnt sich ein Blick auf das digitale Kunstwerk und die Hundeportraits.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 361 Segugio Maremmano (fci.be, deutsche Fassung vom 27.06.2019, englische Fassung vom 12.10.2018, gültiger Originalstandard vom 12.09.2018); FCI-Rassenseite Nr. 361 und FCI-Seite zu provisorisch anerkannten Rassen; McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024 (Rasse nicht enthalten); Groppetti D et al., A National Census of Birth Weight in Purebred Dogs in Italy, Animals 2017 (Anhang A1); Pizzurro F et al., Whole-Genome Sequence of a Suid Herpesvirus-1 Strain Isolated from the Brain of a Hunting Dog in Italy, Genome Announcements 2016.
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