1863 standen sie zum ersten Mal gemeinsam im Ausstellungsring: Picards, Beaucerons und Briards wurden zusammen gerichtet. Von den dreien ist der Picard der mit dem rauen, halblangen Haar und den natürlichen Stehohren. Seinen Ausdruck macht der Standard an der Griffonnage fest, an kräftigen Augenbrauen, Kinn- und Schnauzbart.
| FCI | Gruppe 1 (Hütehunde und Treibhunde), Sektion 1 Schäferhunde, Standard Nr. 176 Berger de Picardie (Berger Picard), mit Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Frankreich |
| Größe (Widerrist) | Rüden 60 bis 65 cm, Hündinnen 55 bis 60 cm; Toleranz plus oder minus 1 cm |
| Gewicht | im FCI-Standard nicht festgelegt |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | hart, halblang und rau, am ganzen Körper einschließlich Rute 5 bis 6 cm; feine, dichte Unterwolle |
| Farben laut Standard | Fauve, Fauve mit schwarzer Deckfarbe, Fauve gestromt und Grau, das meist dunkel bleibt; leichter weißer Fleck an Brust und Pfotenspitzen toleriert |
Älter als sein Name
Der Standard hält es für möglich, sogar wahrscheinlich, dass dieser Hirtenhund nicht nur in der Picardie zu Hause war, denn rauhaarige Hüte- und Treibhunde gab es im ganzen Nordwesten Europas. 1898 galt die Rasse als gesichert, 1922 schrieb Paul Mégnin den ersten Standard, 1925 kam die endgültige Anerkennung in Frankreich. Bis zum Zweiten Weltkrieg stagnierte die Zucht, danach suchten Liebhaber in der Picardie nach typähnlichen Hunden. Die FCI hat ihn am 27.06.1955 endgültig anerkannt. Seine Ringgefährten von 1863 findest du im Lexikon: den Beauceron und den Briard.
Ausgeglichen und kinderlieb
Ausgeglichen, weder aggressiv noch ängstlich oder unsicher, klug und beherzt: So soll er laut Standard sein, um Schafherden zu führen und zu bewachen. Der Text nennt ihn außerdem einen sehr guten Wächter des Hauses und einen hervorragenden Familienhund, der gern eng mit Kindern zusammenlebt. Im Alltag ist er anhänglich, meldet Besuch und bleibt Fremden gegenüber erst einmal abwartend.
Ein Hirte, der arbeiten will
Laut FCI-Nomenklatur ist für den Picard eine Arbeitsprüfung vorgeschrieben. Seine Bewegung soll geschmeidig, frei und mühelos wirken, gebaut ist er für lange Tage draußen. Plane täglich ausgedehnte Spaziergänge ein und gib ihm Aufgaben: Hüten, Fährtensuche, Obedience oder Mantrailing. Ein großer Hund mit wenig Arbeit sucht sich sonst eigene.
Rau soll es sich anfühlen
Das harte, halblange Haar trocknet schnell und hält Schmutz wenig fest. Einmal pro Woche bürsten, im Fellwechsel öfter, mehr verlangt es nicht. Die Augenbrauen werden etwa 4 cm lang, dürfen die Augen aber nicht verschleiern. Afterkrallen sieht der Standard an den Hinterpfoten nicht vor.
Hüften im Blick
Zur Lebenserwartung gibt es keine belastbare Studie; in der großen britischen Auswertung von McMillan und Kollegen ist die Rasse zwar aufgeführt, aber nicht ausgewertet. In französischen Röntgenbefunden zur Hüftdysplasie gehörte der Berger Picard zu den Rassen, bei denen die Häufigkeit zwischen den Zeiträumen 1993 bis 1999 und 2000 bis 2006 deutlich zurückging (Genevois et al. 2008). Die Untersuchung der Zuchthunde zeigt also Wirkung. Lass dir die Hüftbefunde beider Elterntiere zeigen.
Ein guter Fit für
Aktive Familien, auch mit Kindern, die Zeit für Bewegung und Training haben und einen robusten Hund mit wetterfestem Fell suchen, der gern überall dabei ist.
Schwierig wird es
in kleinen Stadtwohnungen ohne Auslauf, bei langen Arbeitstagen ohne Betreuung und für Menschen, die einen Hund suchen, der sich mit kurzen Runden zufriedengibt.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 176 Berger de Picardie (Berger Picard) (fci.be, deutsche Fassung vom 27.05.2014, englische Fassung vom 04.08.2010); FCI-Rassenseite Nr. 176 (fci.be); Genevois JP et al., Prevalence of hip dysplasia according to official radiographic screening, among 31 breeds of dogs in France, Veterinary and Comparative Orthopaedics and Traumatology 2008; McMillan KM et al., Scientific Reports 2024 (Rasse dort nicht ausgewertet).
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