Im New Forest westlich von Southampton laufen Ponys frei über Heide, durch Wälder und manchmal quer über die Dorfstraße. Ihre Verwandten im Reitstall sind gelassen genug für Kinder und groß genug für viele Erwachsene.
| Typ | Reitpony, britische Robustrasse |
|---|---|
| Herkunft | England, New Forest westlich von Southampton |
| Zuchtverband in Deutschland | Filialzuchtbücher u. a. beim Rheinischen Pferdestammbuch; Ursprungszuchtbuch bei der New Forest Pony Breeding and Cattle Society |
| Stockmaß | maximal 148 cm, keine Untergrenze |
| Farben | alle Grundfarben, Schimmel, Stichel und einfach aufgehellte Farben (z. B. Palomino); keine Schecken; Weiß nur an Kopf und unteren Beinen |
| Verwendung | Reiten für Kinder und Erwachsene, Vielseitigkeit, Dressur, Springen, Fahren, zunehmend Western |
Herkunft und Geschichte
Ponys leben laut Zuchtgesellschaft seit dem Ende der letzten Eiszeit im New Forest, Wald und Ponys sind voneinander abhängig. Im 19. Jahrhundert wurden die Ponys geritten, gefahren und bei Rennen eingesetzt. Wiederholt kamen fremde Hengste dazu, darunter Araber sowie Hengste aus Exmoor und den West Highlands. Nach 1930 durften nur noch New-Forest-Hengste frei im Wald laufen. Die erste Gesellschaft zur Verbesserung der Ponys entstand 1891, das Stutbuch begann 1905.
Exterieur
Die Obergrenze liegt bei 148 cm, eine Untergrenze gibt es nicht; alle Größen werden gleich bewertet. Gewünscht ist ein Arbeitstyp mit Substanz: schräge Schulter, kräftige Hinterhand, viel flacher Knochen, tiefer Rumpf, gerade Beine und harte, runde Hufe. Laut Zuchtgesellschaft können die Ponys Erwachsene tragen und sind trotzdem schmal genug für kleine Kinder. Die Bewegung soll frei, aktiv und gerade sein, aber nicht übertrieben. Schecken und Tigerschecken kommen in der Rasse nicht vor.
Charakter (Interieur)
Das deutsche Zuchtprogramm beschreibt das New-Forest-Pony als gutartig, unkompliziert, klug, mutig, lernfreudig, trittsicher und springfreudig, leichtrittig und zuverlässig. Die Zuchtgesellschaft betont ein umgängliches Temperament, das für viele Disziplinen passt.
Haltung und Fütterung
Das Zuchtprogramm nennt die Ponys gute Futterverwerter. Veröffentlichte Fälle des Equinen Metabolischen Syndroms betreffen überwiegend britische Robustrassen, und Hufrehe durch Stoffwechselstörungen trat in einer Untersuchung bei britischen Ponys häufiger auf als bei anderen Pferdetypen (ECEIM-Konsens). Offenstall mit Gruppe, rationiertes Heu, Weidezeit mit Augenmaß und regelmäßige Arbeit sind deshalb Pflicht, keine Kür.
Gesundheit
2017 wurde bei einem New-Forest-Pony PSSM1 nachgewiesen, eine dominant vererbte Muskelerkrankung, die zu Kreuzverschlag führen kann. Die Gesellschaft ließ daraufhin alle Hengste testen. Im Stand von 2018 waren zwei betroffene Linien bekannt, alle für 2018 gekörten Hengste waren frei, und ab 2018 sollten Junghengste nur bei negativem Test gekört werden (New Forest Pony Breeding and Cattle Society). Frag beim Kauf nach dem PSSM1-Status. Steifheit, Schwitzen und Bewegungsunlust nach leichter Arbeit sind ein Fall für die Tierarztpraxis.
Für wen passt das New-Forest-Pony?
Für Familien, in denen Kinder und Erwachsene reiten, für Reitschulen und für alle, die ein vielseitiges Pony für Gelände, Springen, Dressur und Kutsche suchen.
Für wen eher nicht?
Für große, schwere Reiter und für Halter, die nur Boxenhaltung mit freiem Weidezugang bieten können. Wer ein Pony ohne Bewegung auf fetter Wiese hält, riskiert Hufrehe.
Weiterführend: Was ein Pferd im Monat wirklich kostet, rechnest du mit unserem Pferdekosten-Rechner durch, und vor dem Kauf hilft dir die Checkliste zum Pferdekauf. Ideen für den Stallnamen findest du bei unseren Pferdenamen, und dein eigenes Pferd gibt es als Pferdeportrait vom eigenen Foto. Alle Rassen im Überblick: Pferderassen von A bis Z.
Häufige Fragen
Wie groß wird ein New-Forest-Pony? Höchstens 148 cm Stockmaß, eine Untergrenze gibt es nicht.
Kann ein Erwachsener ein New-Forest-Pony reiten? Ja. Die Zuchtgesellschaft beschreibt die Ponys als fähig, Erwachsene zu tragen, und zugleich schmal genug für kleine Kinder.
Gibt es gescheckte New-Forest-Ponys? Nein. Schecken- und Tigerschecken-Gene kommen in der Rasse nicht vor.
Haben New-Forest-Ponys PSSM? PSSM1 wurde 2017 nachgewiesen, 2018 waren zwei betroffene Linien bekannt. Ab 2018 sollten Junghengste nur mit negativem Test gekört werden.
Weiterlesen
Quellen, abgerufen am 05.11.2026: New Forest Pony Breeding and Cattle Society: Breeding Programme, Chapter 9, Breed Description; New Forest Pony Breeding and Cattle Society: History of the New Forest Pony; New Forest Pony Breeding and Cattle Society: PSSM1 in New Forest Ponies; Rheinisches Pferdestammbuch: Zuchtprogramm New Forest Pony (Stand 02/2025); Durham AE et al.: ECEIM consensus statement on equine metabolic syndrome, J Vet Intern Med 2019.
