Morgens vor dem Pflug, nachmittags vor dem Wagen in die Stadt und am Wochenende hinter der Meute über Wälle und Gräben: Für dieses Leben wurde der Irish Draught gezüchtet. Er ist kein Kaltblut, auch wenn der Name danach klingt. Er ist ein kräftiges, nervenstarkes Reitpferd mit viel Knochen, das sich auf nassem, unebenem Boden zu Hause fühlt.
| Typ | Warmblut, kräftiges Reit- und Allzweckpferd |
|---|---|
| Herkunft | Irland |
| Zuchtverband | Irish Draught Horse Society in Irland (gegründet 1976); weitere Gesellschaften u. a. in Großbritannien, Kanada und Nordamerika |
| Stockmaß | laut Rassestandard der nordamerikanischen Gesellschaft ideal 158 bis maximal 170 cm |
| Farben | jede kräftige Grundfarbe, etwa Brauner, Schimmel, Fuchs, Rappe und Falbe; viel Weiß ist unerwünscht |
| Verwendung | Freizeit, Jagdreiten, Springen, Vielseitigkeit, Fahren; Kreuzungspartner für Sportpferde |
Herkunft und Geschichte
Irish Draughts werden laut The Livestock Conservancy seit dem späten 18. Jahrhundert schriftlich erwähnt. Vermutlich stecken kleine keltische Pferde, normannische Pferde und später Connemara-Ponys, spanische Pferde und Vollblüter in ihren Wurzeln. Schwere, stark behangene Kaltblüter kamen mit dem irischen Boden schlecht zurecht, gebraucht wurde ein leichteres, aber ebenso kräftiges Pferd.
1901 wurde die Rasse offiziell anerkannt. Das erste Stutbuch von 1917 ging bei einem Brand verloren. Mit Traktor und Auto brach der Bestand ein. Gerettet hat den Irish Draught ausgerechnet seine Rolle als Kreuzungspartner: Mit Vollblütern gekreuzt entstehen Irish Hunter und Irish Sport Horses. Das hat den reinrassigen Bestand allerdings weiter ausgedünnt. 1976 gründete sich die Irish Draught Horse Society, um die Reinzucht zu fördern.
Exterieur
Der Standard der nordamerikanischen Gesellschaft beschreibt ein vielseitiges, kraftvolles und athletisches Pferd mit Substanz und Qualität. Ideal sind 158 bis 170 cm Stockmaß und rund 23 cm Röhrbeinumfang. Typisch sind ein freundlicher Kopf ohne grobes Profil, kurze Röhrbeine, gut gewölbte Rippen, eine starke Nierenpartie und eine kräftige Hinterhand mit raumgreifendem Schritt. Erlaubt ist jede kräftige Grundfarbe, viel Weiß ist unerwünscht. The Livestock Conservancy nennt Weiß an den Beinen oberhalb von Vorderfußwurzel oder Sprunggelenk sogar einen Fehler.
Charakter (Interieur)
Der Standard betont ein gutes Temperament, Gelassenheit und einen willigen Charakter, dazu eine robuste Konstitution. Das passt zu dem, was viele Reiter an ihm schätzen: Er bleibt im Gelände ruhig, wenn andere Pferde schon tänzeln, und springt ehrlich, wenn er das Hindernis verstanden hat. Gelassen heißt aber nicht stumpf. Ein Irish Draught möchte gefordert werden, sonst wird er gern eigensinnig.
Haltung und Fütterung
Ein Pferd, das früher mit dem auskam, was ein irischer Hof hergab, braucht heute selten ein energiereiches Kraftfutter. Viele Irish Draughts halten ihr Gewicht mit gutem Heu und Weide. Gerade leichtfuttrige Pferde neigen aber zu Übergewicht und zum Equinen Metabolischen Syndrom, das Hufrehe begünstigt (University of Kentucky). Plane deshalb Heu nach Gewicht, eine Weide mit Augenmaß und täglich echte Bewegung. Offenstall oder Paddock mit Gruppe passt zu seinem Wesen besser als viele Stunden in der Box.
Gesundheit
Zu rassetypischen Erbkrankheiten des Irish Draught haben wir keine belastbaren veröffentlichten Daten gefunden. Der Standard beschreibt die Rasse als von Natur aus gesund. Wie bei jedem großen, schweren Reitpferd gehören Hufe, Gelenke und Rücken regelmäßig in den Blick, und vor dem Kauf eine gründliche tierärztliche Ankaufsuntersuchung.
Für wen passt der Irish Draught?
Für Freizeitreiter, die ein verlässliches, kräftiges Pferd für Gelände, Jagdreiten und Springen im Amateurbereich suchen. Er passt zu Menschen, die gern draußen unterwegs sind und ein Pferd schätzen, das mitdenkt. Auch größere und schwerere Reiter sind bei ihm gut aufgehoben.
Für wen eher nicht?
Wer ein feines, sehr elastisches Dressurpferd für den Turniersport sucht, wird mit anderen Rassen glücklicher. Laut The Livestock Conservancy werden vergleichsweise wenige reinrassige Irish Draughts gezüchtet. Plane für die Suche Zeit ein und prüfe die Papiere genau, wenn dir die Reinrassigkeit wichtig ist.
Weiterführend: Was ein Pferd im Monat wirklich kostet, rechnest du mit unserem Pferdekosten-Rechner durch, und vor dem Kauf hilft dir die Checkliste zum Pferdekauf. Ideen für den Stallnamen findest du bei unseren Pferdenamen, und dein eigenes Pferd gibt es als Pferdeportrait vom eigenen Foto. Alle Rassen im Überblick: Pferderassen von A bis Z.
Häufige Fragen
Wie groß wird ein Irish Draught? Der Standard der nordamerikanischen Irish-Draught-Gesellschaft nennt ideal 158 cm bis maximal 170 cm Stockmaß.
Ist der Irish Draught ein Kaltblut? Nein. Trotz des Namens gilt er als Warmblut, also als kräftiges Reit- und Allzweckpferd ohne schweren Behang.
Ist ein Irish Draught für Anfänger geeignet? Sein ruhiges, williges Wesen macht ihn zu einem guten Partner auch für weniger erfahrene Reiter, wenn Ausbildung und Begleitung stimmen.
Was ist der Unterschied zwischen Irish Draught und Irish Sport Horse? Das Irish Sport Horse entsteht meist aus der Kreuzung von Irish Draught und Vollblut. Der Irish Draught selbst ist die reinrassige Grundlage.
Weiterlesen
Quellen, abgerufen am 05.11.2026: Irish Draught Horse Society of North America: Registration Policies und Breed Standard; The Livestock Conservancy: Irish Draught; University of Kentucky Cooperative Extension: Equine Metabolic Syndrome, Is My Horse Just Fat or Is He Sick? (ID-239).
