Der größte Posten ist fast immer der Stall, danach folgen Hufschmied, Tierarzt, Versicherungen und Futter, das nicht in der Pension enthalten ist. Eine seriöse Durchschnittszahl für ganz Deutschland gibt es nicht, dafür schwanken Pensionspreise und Leistungen zu stark. Was es gibt: belegte Eckwerte, etwa die Tierärztegebührenordnung (GOT), Kalkulationen der Landwirtschaftsverwaltung und Versicherungsvergleiche. Daraus und aus deinen eigenen Preisen baust du hier deine Rechnung. Am schnellsten geht es mit dem Pferdekosten-Rechner.
Die Posten auf einen Blick
- Stall oder Pension: Box, Paddock, Offenstall, mit oder ohne Misten, Koppelservice, Hallennutzung.
- Futter extra: alles, was nicht im Pensionspreis steckt, zum Beispiel Mineralfutter oder zusätzliches Heu.
- Hufschmied oder Hufpflege: regelmäßig, je nach Pferd barhuf oder beschlagen.
- Tierarzt Routine: Impfungen, Zahnkontrolle, Kotproben, Anfahrt.
- Versicherungen: Pferdehaftpflicht, auf Wunsch OP- oder Krankenversicherung.
- Ausrüstung und Unterricht: Verschleiß, Sattelanpassung, Reitstunden.
- Rücklage für Unerwartetes.
Stall: der größte Brocken
Belastbare Zahlen zu Pensionspreisen sind rar. Eine Quelle ist der Pferdereport Baden-Württemberg der Landesanstalt für Landwirtschaft (LEL), den Dr. Volker Segger im März 2026 vorgestellt hat. Im Wirtschaftsjahr 2015/16 lagen die durchschnittlichen monatlichen Pensionspreise der 47 untersuchten Betriebe je nach Haltungsform zwischen 224 und 357 Euro. Wer selbst mistete, zahlte etwa 70 Euro weniger. Diese Werte sind zehn Jahre alt und spiegeln die heutigen Kosten nicht wider.
Aktueller ist die Vollkostenrechnung aus demselben Vortrag: Für ein Großpferd in Vollpension mit Box und Paddock, Koppelservice und Anlagennutzung ergibt sie mit Preisen von 2026 einen kostendeckenden Pensionspreis von 576 Euro brutto im Monat. Das ist eine Beispielkalkulation für den Betrieb, kein Marktpreis. Sie zeigt aber, wohin die Reise geht, wenn ein Stall alle Kosten einschließlich Arbeit und Gebäude decken will.
Für deine Rechnung zählt nur dein Stallvertrag. Prüf genau, was enthalten ist: Heu und Stroh, Misten, Koppel- und Paddockservice, Halle und Platz, Decken wechseln, Füttern von Zusatzfutter.
Futter, das nicht in der Pension steckt
In vielen Pensionen ist Raufutter enthalten. Wenn nicht, hilft eine Faustregel aus der Gruber Tabelle der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft: mindestens 1,7 Kilogramm Heu je 100 Kilogramm Körpergewicht und Tag. Ein Pferd mit 600 Kilogramm braucht demnach mindestens 10,2 Kilogramm Heu am Tag.
Den Heupreis setzt du selbst ein. Zur Orientierung: Die LEL-Kalkulation 2026 rechnet mit 18 Cent je Kilogramm Heu. Damit kämen für 10,2 Kilogramm am Tag rund 1,84 Euro zusammen, im Monat etwa 56 Euro. Regional und je nach Erntejahr kann der Preis deutlich abweichen. Das Gewicht deines Pferdes schätzt du mit dem Pferdegewicht-Rechner. Was neben Heu sinnvoll ist und was nicht, zeigt die Übersicht Was dürfen Pferde fressen.
Hufschmied
Laut Merck Veterinary Manual müssen Hufe etwa alle sechs Wochen bearbeitet werden. In der Forschung werden je nach Studie Abstände von vier bis sechs oder sechs bis acht Wochen empfohlen, wie eine Studie von Leśniak und Kollegen (2017) in ihrer Einleitung zusammenfasst. Bei sechs Wochen sind das knapp neun Termine im Jahr.
Einen verbindlichen Preis gibt es nicht, Hufschmiede kalkulieren frei. Rechne so: Preis pro Termin mal 52, geteilt durch dein Intervall in Wochen, geteilt durch 12. Bei sechs Wochen und einem Preis P sind das P mal 52 geteilt durch 72, also etwa 0,72 mal P pro Monat. Frag deinen Hufschmied nach seinem aktuellen Preis.
Tierarzt: was die Gebührenordnung vorgibt
Die GOT nennt für jede Leistung den einfachen Satz. Die Praxis darf das Einfache bis Dreifache berechnen, dazu kommen Impfstoff, Medikamente und die Umsatzsteuer von 19 Prozent nach § 12 Umsatzsteuergesetz. Für Hofbesuche fällt Wegegeld an: 3,50 Euro je Doppelkilometer, mindestens 13 Euro. Besucht die Praxis mehrere Pferde auf einer Fahrt, wird es anteilig verteilt.
| Leistung (GOT-Nummer) | einfacher Satz | dreifacher Satz |
|---|---|---|
| Allgemeine Untersuchung mit Beratung, Pferd (4) | 30,78 Euro | 92,34 Euro |
| Injektion unter die Haut oder in den Muskel, Pferd (212) | 11,50 Euro | 34,50 Euro |
| Impfbescheinigung (87) | 6,16 Euro | 18,48 Euro |
| Sedierung per Injektion, Pferd (295) | 16,50 Euro | 49,50 Euro |
| Zähne: Entfernung scharfer Kanten (929) | 34,50 Euro | 103,50 Euro |
| Zähne: systematische Korrektur, Einschleifen (930) | 78,29 Euro | 234,87 Euro |
| Mikroskopische Untersuchung, etwa Kotprobe, Nativpräparat (148) | 10,26 Euro | 30,78 Euro |
Wie oft? Zähne sollten laut Merck Veterinary Manual mindestens einmal im Jahr tierärztlich kontrolliert werden, bei älteren Pferden öfter. Für Turnierpferde schreibt die Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) der FN Influenza-Wiederholungsimpfungen im Abstand von höchstens sechs Monaten plus 21 Tagen vor. Eine Tetanusimpfung gilt dort als selbstverständlich, eine Impfung gegen Herpes (EHV-1) wird empfohlen. Den Impfplan für dein Pferd legst du mit deiner Praxis fest.
Ein Beispieljahr, nur Gebühren: eine Untersuchung, zwei Impftermine mit Injektion und Bescheinigung, eine Zahnbehandlung mit Sedierung und Einschleifen. Das ergibt 160,89 Euro im einfachen und 482,67 Euro im dreifachen Satz, mit Umsatzsteuer rund 191 bis 574 Euro. Auf den Monat umgelegt sind das etwa 16 bis 48 Euro, plus Impfstoff, Medikamente und Wegegeld.
Im Notdienst nachts, am Wochenende und an Feiertagen steigt der Satz nach § 4 GOT auf das Zweifache bis Vierfache, plus 50 Euro Notdienstgebühr. Eine Kolik am Sonntag kann deshalb schnell ein Vielfaches eines normalen Termins kosten.
Versicherungen
Pferdehaftpflicht: Sie springt ein, wenn dein Pferd anderen einen Schaden zufügt, und Finanztip hält sie für sinnvoll. Laut Finanztip kostet eine gute Pferdehaftpflicht zwischen 35 und 280 Euro im Jahr, also etwa 3 bis 23 Euro im Monat. Für ein nicht gerittenes Pferd ist sie günstiger als für ein Reitpferd, Ponys sind meist günstiger als Großpferde.
OP-Versicherung: In der Beitragsabfrage von Finanztip im Sommer 2024 lagen die Beiträge empfehlenswerter OP-Tarife zwischen 330 und knapp 1.400 Euro im Jahr, umgerechnet etwa 28 bis 117 Euro im Monat. Je nach Anbieter hängt der Beitrag vom Alter des Pferdes ab. Finanztip empfiehlt eine Versicherungssumme von mindestens 5.000 Euro pro Operation.
Ausrüstung, Unterricht, Rücklage
Sattel, Trense, Decken, Putzzeug und Gamaschen nutzen sich ab. Am ehrlichsten ist es, einen Jahresbetrag für Ersatz und Sattelanpassung zu schätzen und durch zwölf zu teilen. Unterricht rechnest du mit deinem Stundenpreis mal Stunden im Monat. Dazu kommt eine feste monatliche Rücklage für alles, was keine Versicherung trägt.
Deine Rechnung zum Ausfüllen
- Stall pro Monat laut Vertrag
- Futter extra: Kilogramm pro Tag mal Preis mal 30
- Hufschmied: Preis mal 52, geteilt durch Intervall in Wochen, geteilt durch 12
- Tierarzt: Summe der Routinetermine im Jahr geteilt durch 12, besser mit dem dreifachen Satz rechnen
- Versicherungen: Jahresbeiträge geteilt durch 12
- Ausrüstung und Unterricht pro Monat
- Rücklage
Der Pferdekosten-Rechner nimmt dir das Addieren ab und zeigt die Aufteilung als Balken. Ob ein Kleinpferd wie der Haflinger, ein Pony wie das Shetlandpony oder ein Warmblut wie der Hannoveraner: Größe, Futterbedarf und Beschlag verändern die Rechnung spürbar. Alle Rassen findest du unter Pferderassen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Pferd im Monat? Eine seriöse Pauschalzahl gibt es nicht. Größter Posten ist der Stall: Eine Beispielkalkulation der LEL Baden-Württemberg ergibt für Vollpension mit Box und Paddock 2026 einen kostendeckenden Preis von 576 Euro brutto im Monat. Hufschmied, Tierarzt und Versicherungen kommen dazu.
Wie oft muss der Hufschmied kommen? Laut Merck Veterinary Manual etwa alle sechs Wochen. Studien empfehlen je nach Pferd Abstände von vier bis sechs oder sechs bis acht Wochen.
Was kostet eine Impfung beim Pferd? Nach GOT kosten Injektion und Impfbescheinigung zusammen 17,66 Euro im einfachen Satz, dazu kommen Impfstoff, eventuell eine Untersuchung, Wegegeld und 19 Prozent Umsatzsteuer.
Was kostet eine Pferdehaftpflicht? Laut Finanztip kostet eine gute Pferdehaftpflicht zwischen 35 und 280 Euro im Jahr. Für Reitpferde ist sie teurer als für Pferde, die nicht geritten werden.
Wie viel Heu braucht ein Pferd am Tag? Die Gruber Tabelle der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft nennt mindestens 1,7 Kilogramm Heu je 100 Kilogramm Körpergewicht, bei 600 Kilogramm also mindestens 10,2 Kilogramm am Tag.
Weiterlesen
- Pferdekosten-Rechner: deine Kosten pro Monat und Jahr
- Pferd kaufen: die Checkliste
- Pferdegewicht-Rechner
- Pferdealter-Rechner
- Haflinger: Charakter und Haltung
Ein Pferd kostet Geld, Zeit und Nerven, und es gibt dir so viel zurück. Wenn du dein Pferd als Gemälde festhalten möchtest, findest du hier unsere Pferdeportraits nach deinem Foto.
Quellen, abgerufen am 05.11.2026: Segger V. (ehem. LEL Schwäbisch Gmünd): Wie kalkuliere ich den Pensionspreis unter Berücksichtigung steigender Kosten? Vortrag LBV Fachgruppe Pferd, Stand 31.03.2026; Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft: Gruber Tabelle zur Pferdefütterung, 9. Auflage Januar 2024; Merck Veterinary Manual, Horse Owners: Dental, Coat, and Hoof Care of Horses; Leśniak K, Williams J, Kuznik K, Douglas P (2017): Does a 4 to 6 Week Shoeing Interval Promote Optimal Foot Balance in the Working Equine? Animals 7(4):29, DOI 10.3390/ani7040029; Bundesministerium der Justiz: Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) mit Gebührenverzeichnis, Stand Änderung vom 15.03.2023; Bundesministerium der Justiz: Umsatzsteuergesetz, § 12 Steuersätze; Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN): Durchführungsbestimmungen zur Impfpflicht, Merkblatt zur LPO 2024; Finanztip: Pferdehaftpflichtversicherung; Finanztip: OP-Versicherung für Pferde (Stand 09.07.2024)
