Bevor dein Kitten einzieht, sollten Katzenklo, Näpfe, das bisherige Futter, eine Kratzmöglichkeit, eine Transportbox und ein ruhiger Rückzugsort bereitstehen. Dazu kommt eine Wohnung, in der nichts herumliegt, was gefressen oder verschluckt werden kann. Die Liste unten kannst du Punkt für Punkt abhaken. Danach erfährst du, was in den ersten Tagen und Wochen wichtig ist.
Die Checkliste vor dem Einzug
Katzenklo und Streu
- So viele Klos wie Katzen, plus eines. Das empfiehlt das Cornell Feline Health Center. Für ein einzelnes Kitten sind das zwei Klos, für zwei Kitten drei.
- Niedriger Rand: Kitten brauchen laut Cornell ein Klo mit Seiten, über die sie leicht hineinkommen.
- Ohne Haube: Die meisten Katzen bevorzugen einfache, offene Klos.
- Feine, unparfümierte Streu: Das mögen die meisten, wenn auch nicht alle Katzen. Frag beim Abholen, welche Streu dein Kitten kennt.
- Schaufel und Beutel für die tägliche Reinigung. Ein schmutziges Klo wird gemieden.
Futter und Wasser
- Das bisherige Futter: Frag, was dein Kitten bisher gefressen hat, und füttere das erst einmal weiter. Wenn du wechseln willst, dann laut Cornell schrittweise, indem du das alte Futter nach und nach mit dem neuen mischst.
- Kittenfutter als Alleinfutter: Achte darauf, dass das Futter für die Lebensphase Kitten vollständig und ausgewogen ist. Dann braucht es keine Zusätze. Cornell rät, Ergänzungsmittel nur nach Rücksprache mit der Tierarztpraxis zu geben.
- Getrennte Näpfe für Futter und Wasser, weit weg vom Katzenklo.
- Frisches Wasser muss jederzeit verfügbar sein.
Wie viel dein Kitten am Tag braucht, berechnest du mit dem Katzenfutter-Rechner. Wähl dort die Lebensphase Kitten unter einem Jahr. Was es nicht bekommen sollte, steht in der Übersicht Was dürfen Katzen essen, zum Beispiel bei Milch.
Kratzen, Klettern, Ruhe
- Kratzmöglichkeit: Kratzen ist normales Markierverhalten. Cornell rät, auf die Vorlieben der Katze zu achten: Wer am Sofa kratzt, mag eher einen senkrechten Stamm, wer am Teppich kratzt, eher eine flache Pappe am Boden. Am besten bietest du anfangs beides an.
- Rückzugsort: eine Höhle, ein Karton mit Decke oder ein Platz unter dem Bett, an dem dein Kitten nicht gestört wird.
- Spielzeug: Angeln, Bälle, Fummelbretter. Spielzeug mit Schnüren oder Fäden nur unter Aufsicht und danach wegräumen.
Pflege und Transport
- Transportbox: für die Heimfahrt und jeden Tierarzttermin. Eine Box, die sich oben öffnen lässt, macht das Hineinsetzen leichter.
- Bürste oder Kamm: Cornell empfiehlt, das Bürsten früh zu üben, weil es später viel leichter fällt. Weniger lose Haare im Magen bedeuten außerdem weniger Haarballen.
- Krallenschere: Lass dir in der Praxis zeigen, wie du die Krallen kürzt, bevor du es selbst versuchst.
Die Wohnung kittensicher machen
Kitten erkunden die Welt mit dem Maul. Deshalb gehört zur Erstausstattung auch ein Rundgang durch die Wohnung:
- Lilien raus. International Cat Care nennt Lilien extrem gefährlich: Alle Pflanzenteile sind giftig, auch Pollen, Blätter und Stängel. Schon weniger als ein Blatt, etwas Pollen im Fell oder Wasser aus der Blumenvase können tödlich sein. Mehr dazu im Eintrag Sind Lilien für Katzen giftig?
- Zimmerpflanzen prüfen. Auch Dieffenbachie gilt laut International Cat Care als besonders gefährlich. Biete stattdessen Katzengras an.
- Kleinteile wegräumen. Das Cornell Feline Health Center nennt Schnüre, Garn, Gummibänder und Büroklammern als typische Dinge, die Katzen verschlucken und die zu Erbrechen oder einem Darmverschluss führen können.
- Medikamente und Lebensmittel sichern. Menschliche Medikamente, Frostschutzmittel, Schokolade und Zwiebeln stehen bei Cornell auf der Liste der häufigen Ursachen für Erbrechen und Vergiftungen. Siehe auch Schokolade und Zwiebeln.
- Fenster und Balkon sichern, bevor dein Kitten dort unbeaufsichtigt hinkommt, zum Beispiel mit einem Schutznetz.
Die ersten Tage
Klein anfangen: Gib deinem Kitten zuerst einen Raum mit Klo, Näpfen, Kratzplatz und Versteck. Wenn es dort sicher frisst, das Klo benutzt und spielt, öffnest du nach und nach weitere Räume.
Beim Abholen fragen: Cornell rät, nach bisherigen Impfungen, Futter, Parasitenbehandlung und Pflege zu fragen. Lass dir Impfausweis oder Heimtierausweis mitgeben.
Ruhig beobachten: Frisst es, trinkt es, setzt es Kot und Urin ab? Ein Kitten, das nicht frisst, ist kein Fall zum Abwarten. Das Cornell Feline Health Center warnt, dass bei Kitten unter sechs Wochen schon zwölf Stunden ohne Futter lebensbedrohlich werden können. Bei älteren Katzen nennt Cornell 24 Stunden als Grenze, ab der Appetitlosigkeit ernste Folgen haben kann. Mehr dazu in Katze frisst nicht: Wann es gefährlich wird.
Andere Katzen im Haushalt: Halte das Kitten laut Cornell getrennt, bis die Tierarztpraxis es untersucht hat, besonders wenn die Vorgeschichte unbekannt ist. Wie das Kennenlernen danach klappt, steht in Zweitkatze zusammenführen.
Die ersten Termine
- Tierarztcheck so bald wie möglich: Cornell empfiehlt, jede neue Katze rasch untersuchen zu lassen. Bei unbekannter Vorgeschichte wird auf FeLV (Leukose) und FIV (Katzen-Aids) getestet und auf innere und äußere Parasiten geschaut.
- Impfungen: In der Beschreibung von Cornell (USA) beginnt die Grundimmunisierung meist mit sechs bis acht Wochen und wird alle drei bis vier Wochen wiederholt, bis das Kitten 16 bis 20 Wochen alt ist. Den genauen Impfplan für dein Kitten legst du mit deiner Praxis fest, denn die Empfehlungen unterscheiden sich je nach Land und Lebensweise.
- Chip und Registrierung: Die Implantation eines Transponders kostet nach der Tierärztegebührenordnung 10,24 Euro im einfachen Satz, die Dokumentation 5,50 Euro. Danach trägst du dein Kitten in einem Haustierregister ein, etwa bei Tasso oder Findefix. In Städten mit Katzenschutzverordnung wie Wiesbaden ist das für Freigänger Pflicht.
- Kastration: International Cat Care empfiehlt die Kastration routinemäßig um den vierten Lebensmonat. Kosten und Ablauf stehen in Katze kastrieren: Kosten, Ablauf und Zeitpunkt.
Woran du ein gesundes Kitten erkennst
Schon bei der Auswahl lohnt ein genauer Blick. Cornell nennt als Zeichen guter Gesundheit klare, glänzende Augen ohne Tränenfluss, saubere Nase und Ohren, rosa und feuchtes Zahnfleisch sowie ein glänzendes Fell ohne kahle Stellen oder Schuppen. Ein dicker, vorgewölbter Bauch oder ein sehr dünner Körper können auf Parasiten hindeuten. Ein gesundes Kitten ist aktiv, aufmerksam und spielt gern mit. Vorsicht bei einem Tier, das ständig wegläuft, sich versteckt oder auffällig viel schläft.
Ob Rassekatze oder Hauskatze aus dem Tierheim: Beide können wunderbare Begleiter sein. Bei einer Rassekatze lassen sich Größe und Aussehen besser vorhersagen. Welche Rasse zu dir passt, zeigt der Test Welche Katze passt zu mir, alle Porträts findest du unter Katzenrassen.
Häufige Fragen
Was braucht man alles für ein Kitten? Mindestens zwei Katzenklos mit niedrigem Rand, Streu, getrennte Näpfe für Futter und Wasser, das bisherige Futter, eine Kratzmöglichkeit, eine Transportbox, einen Rückzugsort, Bürste und Spielzeug.
Wie viele Katzenklos braucht ein Kitten? Das Cornell Feline Health Center empfiehlt so viele Klos wie Katzen plus eines. Für ein Kitten also zwei, für zwei Kitten drei.
Wann muss ein Kitten zum Tierarzt? So bald wie möglich nach dem Einzug, laut Cornell für einen Check, Parasitenkontrolle und den Impfplan. Sofort, wenn es nicht frisst: Bei Kitten unter sechs Wochen können schon zwölf Stunden ohne Futter lebensbedrohlich sein.
Welche Pflanzen sind für Kitten gefährlich? Besonders Lilien: Laut International Cat Care sind alle Pflanzenteile giftig, schon Pollen oder Vasenwasser können tödlich sein. Auch Dieffenbachie gilt als besonders gefährlich.
Darf ich das Futter meines Kittens sofort umstellen? Besser nicht. Cornell rät, zuerst das bisherige Futter weiterzugeben und dann schrittweise auf das neue umzustellen.
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Quellen, abgerufen am 05.11.2026: Cornell Feline Health Center: Choosing and Caring for Your New Cat; Cornell Feline Health Center: Feeding Your Cat; International Cat Care: Poisonous plants; Cornell Feline Health Center: Vomiting; Cornell Feline Health Center: Anorexia (mit Carolyn McDaniel, VMD); International Cat Care: Neutering your cat; Bundesministerium der Justiz: Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) mit Gebührenverzeichnis, Stand Änderung vom 15.03.2023; Landeshauptstadt Wiesbaden: Katzenschutzverordnung, einfach erklärt
