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Maine Coon: Der sanfte Riese im ehrlichen Reality-Check

Maine Coon auf der Fensterbank

Es gibt einen Moment, den jeder Maine-Coon-Halter kennt: Besuch kommt, die Katze betritt den Raum, und jemand sagt: „Was ist DAS denn?“ Ein Kater von acht, neun, manchmal zehn Kilo, mit Luchspinseln an den Ohren, einem Schwanz wie ein Federbusch und einem Blick, als hätte er das Haus gekauft. Und dann legt sich dieses riesige Tier auf den Rücken und will am Bauch gekrault werden.

Die Maine Coon ist die größte domestizierte Katzenrasse und gleichzeitig eine der freundlichsten. Diese Kombination macht sie so beliebt. Aber sie ist kein Sofakissen. Hier ist, was du wissen solltest, bevor du dich verliebst.

Steckbrief

  • Herkunft: US-Bundesstaat Maine, Naturrasse aus Farmkatzen
  • Gewicht: Kater 6 bis 10 kg, Katzen 4 bis 6 kg. Ausgewachsen erst mit 3 bis 4 Jahren
  • Lebenserwartung: 12 bis 15 Jahre
  • Fell: Halblang, wasserabweisend, mit Halskrause und Hosen an den Hinterbeinen
  • Charakter: Gesellig, verspielt, gesprächig, hundeartig anhänglich

Charakter: Der Hund unter den Katzen

Maine Coons folgen ihren Menschen von Raum zu Raum. Sie kommen, wenn man sie ruft, meistens. Sie spielen Apportieren, viele von ihnen ernsthaft und ausdauernd. Sie sitzen neben dir, wenn du arbeitest, und kommentieren mit einem hellen Zirpen, das man einem so großen Tier nicht zutrauen würde. Miauen tun sie selten, trillern und gurren ständig.

Sie sind nicht aufdringlich, aber sie wollen dabei sein. Eine Maine Coon, die den ganzen Tag allein ist, wird nicht zerstörerisch, sondern still und traurig. Das ist der Grund, warum seriöse Züchter Kätzchen fast nur zu zweit oder in Haushalte mit einer vorhandenen Katze abgeben.

Der ehrliche Reality-Check

1. Sie ist groß. Wirklich groß.

Das klingt banal, bis der Kratzbaum aus dem Baumarkt beim ersten Sprung umkippt. Maine Coons brauchen Kratzbäume mit dicken Stämmen und Liegeflächen von mindestens 50 cm Durchmesser, eine Katzentoilette in XXL-Größe, die es kaum im Handel gibt, und Transportboxen, die eigentlich für kleine Hunde gemacht sind. Rechne bei der Erstausstattung mit dem Doppelten dessen, was du für eine normale Katze ausgeben würdest.

2. Das Fell ist Arbeit, aber machbar

Anders als Perserkatzen verfilzt die Maine Coon nicht sofort. Zweimal die Woche bürsten reicht meistens, in den Achseln und an den Hosen öfter. Das Problem ist nicht das Bürsten, sondern die Menge: Im Fellwechsel liegt überall Wolle. Wer Allergien in der Familie hat, sollte vorher testen, nicht nachher.

3. Gesundheit: HCM und Hüften

Die hypertrophe Kardiomyopathie ist bei der Maine Coon die häufigste Erbkrankheit. Es gibt einen Gentest für eine der bekannten Mutationen, aber der ersetzt nicht den Herz-Ultraschall. Ein seriöser Züchter schallt seine Zuchttiere regelmäßig und zeigt dir die Ergebnisse. Dazu kommt bei dieser Größe eine Anfälligkeit für Hüftdysplasie und die spinale Muskelatrophie, auch dafür gibt es Tests. Frag danach. Wer ausweicht, ist raus.

4. Die Kosten hören nicht beim Kauf auf

Ein Kätzchen mit Papieren und Gesundheitstests kostet 1.200 bis 1.800 Euro. Danach frisst ein zehn Kilo schwerer Kater fast doppelt so viel wie eine Hauskatze, Medikamente werden nach Gewicht dosiert, und eine Katzenversicherung ist bei dieser Rasse keine Spielerei. Wer knapp kalkuliert, sollte ehrlich rechnen.

5. Sie bleibt lange ein Kind

Maine Coons sind erst mit drei bis vier Jahren körperlich und geistig ausgewachsen. Bis dahin hast du ein Kitten in der Größe eines Dackels, das nachts durch die Wohnung donnert und Dinge vom Regal schiebt, weil es geht. Das ist charmant, wenn man darauf vorbereitet ist.

Haltung: Was sie braucht

  • Gesellschaft. Eine zweite Katze oder ein katzenfreundlicher Hund. Nicht verhandelbar bei berufstätigen Haltern.
  • Platz in der Höhe. Nicht die Quadratmeter zählen, sondern die Klettermöglichkeiten. Wandregale, ein stabiler Baum, ein Fensterplatz.
  • Wasser. Viele Maine Coons lieben Wasser, spielen mit dem Trinkbrunnen und schauen dir beim Duschen zu. Ein Brunnen sorgt dafür, dass sie genug trinken, was bei der Nierengesundheit hilft.
  • Gesicherter Freigang oder Balkon. Nicht nötig, aber ein Gewinn. Freier Freigang ist wegen des Diebstahlrisikos bei dieser Rasse keine gute Idee.

Für wen passt die Maine Coon?

Für Menschen, die eigentlich einen Hund wollen, aber Katzenmenschen sind. Für Familien mit Kindern, denn kaum eine Katze ist so geduldig. Für alle, die eine Katze wollen, die mitlebt statt nur mitwohnt. Nicht für Menschen mit kleiner Wohnung, kleinem Budget oder dem Wunsch nach einer unauffälligen Katze.

Häufige Fragen

Kann man eine Maine Coon allein halten? Wenn den ganzen Tag jemand zu Hause ist, ja. Sonst besser zu zweit.

Sind Maine Coons Schoßkatzen? Die meisten ja, aber zehn Kilo auf dem Schoß sind eine Erfahrung. Viele liegen lieber daneben mit einer Pfote auf deinem Bein.

Vertragen sie sich mit Hunden? Oft besser als jede andere Rasse, vor allem wenn sie zusammen aufwachsen.

Und auf dem Portrait?

Die Maine Coon ist das dankbarste Katzenmotiv, das wir kennen. Die Halskrause, die Pinselohren, der wache Blick geben jedem Stil Tiefe, von der klassischen Ölmalerei bis zum Pop-Art-Portrait in kräftigen Farben. Ein Tipp für das Foto: Von leicht unten fotografieren, damit die Größe wirkt, und Tageslicht von der Seite, damit das Fell Struktur bekommt.

Das Print My Pet Team

Wir leben mit Hunden, Katzen und einem alten Haflinger. Was wir schreiben, haben wir selbst durchgemacht.

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