Gelb: mit Vorsicht
Aufschnitt und Wurst sind für Katzen ungeeignet, selbst gegarter Schinken ohne Gewürze ist dagegen ein vertretbares Leckerli. Der Unterschied liegt nicht im Fleisch, sondern in dem, was bei der Verarbeitung dazukommt.
Warum die Ampel auf Gelb steht
Die Tierärztin Sandra C. Mitchell nennt bei PetMD selbst gekochten Schinken eine gute magere Eiweißquelle. Gekaufter Schinken vom Aufschnitt sei dagegen viel weniger geeignet, weil er oft Salz und Gewürze wie Knoblauch und Zwiebeln enthält. Diese Zwiebelgewächse beschreibt ein weiterer tierärztlicher PetMD-Beitrag als extrem giftig für Katzen: Sie schädigen die roten Blutkörperchen und können zu Blutarmut führen.
Auch das Salz zählt. Zu viel Salz verursacht laut ASPCA starken Durst und häufiges Wasserlassen, in hohen Mengen Erbrechen, Durchfall, Zittern und Krampfanfälle. Selbst salzreduzierter Schinken enthält laut PetMD noch Salz. Für Katzen mit Nieren- oder Herzerkrankung, die salzarm gefüttert werden, kommt Schinken deshalb womöglich gar nicht in Frage. Wurst ist in unseren Quellen nicht einzeln bewertet. Sie ist aber ebenfalls gewürzt und gesalzen, also gilt hier dasselbe wie für Aufschnitt.
Worauf du achten solltest
- Selbst garen: PetMD rät, rohen Schinken komplett durchzugaren und die Katzenportion abzunehmen, bevor gewürzt wird.
- Menge: Höchstens ein etwa 2,5 Zentimeter großer Würfel, nicht öfter als zwei- bis dreimal pro Woche, klein geschnitten.
- Keine Knochen: Sie können Verstopfungen, Verletzungen oder abgebrochene Zähne verursachen.
- Kitten: Muskelfleisch hat viel Phosphor und wenig Kalzium. Regelmäßig erst bei erwachsenen Katzen.
- Leberwurst, Salami, Mett: Gewürzt und oft roh oder sehr fett, also nicht anbieten.
Was tun, wenn deine Katze Wurst oder Schinken gefressen hat?
Eine Scheibe gekochter Schinken führt meist nur zu Durst. Stell frisches Wasser hin und beobachte deine Katze. Hat sie mehr gefressen oder eine Wurst mit Zwiebeln oder Knoblauch erwischt, ruf in der Tierarztpraxis an. Schwäche, Mattigkeit, Übelkeit oder Erbrechen in den folgenden Tagen sind Warnzeichen.
Bei Verdacht auf eine Vergiftung sofort zur Tierärztin oder zum Tierarzt oder zum tierärztlichen Notdienst.
Leckerlis und Extras zählen zur Tagesration, also zieh sie vom normalen Futter ab. Wie viel deine Katze insgesamt braucht, zeigt dir der Katzenfutter-Rechner.
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Quellen, abgerufen am 05.11.2026: PetMD, Can Cats Eat Ham? (Sandra C. Mitchell, DVM); PetMD, 13 Holiday Foods That Are Dangerous to Cats (Natalie Stilwell, DVM); ASPCA, People Foods to Avoid Feeding Your Pets (ASPCA Animal Poison Control Center)
